medienlese - der Wochenrückblick

Von Ronnie Grob, 30. März 2008 20:36 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Gesamtkunstwerk Bild, Wikipedia-Promis, Premium-Zeitschriften.

Schweini: Ich steht zu Poldi” lautete diese Woche eine Schlagzeile der Bild-Zeitung über “Prinz Peng”. Wer das jetzt nicht verstanden hat, muss das auch gar nicht, wenn es nach Medienwissenschaftler Norbert Bolz geht. Er sagte: “‘Bild’ ist ein Gesamtkunstwerk und hat einen unglaublichen Einfluss auf die Politik”. Die Belegschaft der Zeitung zog von Hamburg nach Berlin und stellte gleich mal einen Werbewagen auf, um bei der Nachbarredaktion der taz auf sich aufmerksam zu machen. Wie dieses Bild zeigt, wurde die Zeitung von der Stadt Berlin in ihrer gewohnt herzlichen Art, ja man möchte fast schon sagen, überschwänglich empfangen.

Dr. Kai Gniffke fragte sich, ob seine Tagesschau-Redaktion “vielleicht ein bisschen blöd” ist und ob es ihr “im Quotenkampf einfach nur die Cleverneß” fehlt.

Peter Hartmeier, Chefredaktor des Tages-Anzeigers, erklärte auf einem Podium, er veröffentliche nur, was “die Mehrzahl der Tagi-Leser versteht” und erntete dafür Buhrufe. Seine Zeitung eröffnete einen Artikel über Menschen, die Einträge bei Wikipedia ändern so: “Was gibt es Geileres, als sich selbst zu googeln und einen Haufen Einträge zu finden?” und behauptete, ein richtiger Promi sei man erst, wenn man einen Eintrag bei Wikipedia habe (hier ein zufälliges Beispiel).

Das Bundesamt für Veterinärwesen eröffnete ein Weblog und schrieb einen ersten Beitrag mit dem Titel “Vogelgrippe in der Schweiz. Na und?

Clap kaufte zehn “Premium-Zeitschriften” für nur zehn Euro und der Chaos Computer Club veröffentlichte den Fingerabdruck des deutschen Innenministers Wolfgang Schäuble.

Der meistgelesene 6-vor-9-Link der Woche war die Geschichte über die Zusammenarbeit von Bild und StudiVZ in der taz mit dem Titel “Jäger und Sammler“. Zurzeit ist die Story leider nicht mehr online, Spekulationen aller Art sind Tür und Tor geöffnet. Die meistgelesene Story auf medienlese.com war “Wir haben uns vertan“, ein Bericht über das Magazin Wired, das den Mut hat, zu eigenen Fehleinschätzungen zu stehen.

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