Im Westen was Neues
Der Westen, das Internetportal der WAZ, will künftig Inhalte des WDR anbieten. Private Rundfunk- und Fernsehbetreiber laufen Sturm: RTL will sich sogar an Brüssel wenden.
Der WDR, größte ARD-Anstalt und die WAZ-Mediengruppe werden zusammenarbeiten. Dabei geht es um das Internet-Portal Der Westen. Das regional aufgestellte Nachrichtenportal soll nun auch regionale Radio- und Fernsehbeiträge des WDR übernehmen. Die beide Medienhäuser gaben ihre Zusammenarbeit, die vorerst für ein Jahr gilt, am Dienstag in Düsseldorf bekannt. Bisher haben noch nie ein öffentlich-rechtlicher Sender und ein Verlagshauses in Deutschland in dieser Form kooperiert.
Der WDR wolle mit dem Angebot ein neues Publikum erreichen, das bisher noch nicht die Regionalprogramme schaue, sagte WDR-Intendantin Monika Piel. Auch die WAZ will aus der Zusammenarbeit einen Nutzen ziehen: Mit der WDR-Kooperation wolle die WAZ die Qualität ihres Online-Angebotes steigern, sagte Geschäftsführer Bodo Hombach.
Beim Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) findet die Kooperation keinen Anklang: Sie sei ein “Angriff auf die Meinungsvielfalt und den fairen Wettbewerb”, meint Präsident Jürgen Doetz. Man befürchtet, dass ein Verdrängungswettbewerb zulasten von privaten Anbietern entsteht.
Der Privatsender RTL will nun eine Beschwerde bei der Rechtsaufsicht einreichen. Außerdem will RTL “Brüssel in Kenntnis setzen”, sagte der Leiter der RTL-Medienpolitik, Tobias Schmid, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Konkret würde eine solche Kooperation bedeuten: Der WDR sendet in seinem Fernsehprogramm einen – aus Rundfunkgebühren finanzierten – Beitrag. Eine Stunde später wäre der Beitage dann auf Der Westen abgerufen werden. Die entsprechende Lizenzsumme geht dann an die WDR-Tochter Media Group.
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2 Kommentare zu diesem Artikel
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Jochen Hoff
Ich hatte mich des Themas schon mal angenommen:
http://www.duckhome.de/tb/archives/2137-WAZ-jetzt-auch-auf-GEZ-Gebuehrenbasis.html
Ich kann zwar Bertelsmann nicht leiden und sehe in allem was die Familie Mohn so tut eine große Gefahr für unsere Demokratie, aber wenn wir es auf diesem Umweg schaffen die Gebührenerpresserei loszuwerden, ist der erste Schritt getan.
Dann ist allerdings Bertelsmann der nächste.
Wolf-Dieter Roth
Es klang ursprünglich doch so, als ob da kein Geld fließe, sondern diese Kooperationen anders abliefen?
2000 sahen sie noch Print und Verlage als ihren stets aufs Härteste zu bekämpfenden Hauptgegner an…aber ist wohl auch heute noch so, nur bei reichen Verlagen sieht man es anders.