Neuer Service für Journalisten:
Anonym wütend sein im Internet

Ronnie Grob, 19. Februar 2008 um 11.01 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Sind Sie Journalist und frustriert? AngryJournalist.com bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihren Ärger ins Internet zu schreiben. Und es kommt noch besser: anonym.

Aua
Das ist Zorn (Bild cc:dave_apple)

Ich glaube ja, ein Grossteil der Journalisten, die sich gegen die Möglichkeiten im Internet wenden, machen das nur, weil sie glauben, die selbst nicht zu beherrschen. Weil sie nicht wissen, wie das geht, ins Internet zu schreiben. Nun ist aber Abhilfe da. Die Website AngryJournalist.com liefert allen unterbezahlten, überarbeiteten, frustrierten, stinksauren und ignorierten professionellen Medienschaffenden die Möglichkeit, öffentlich und anonym Dampf abzulassen.

Die Frage, die zu beantworten ist, lautet: “Why are you angry today?”, “Warum bist du heute wütend?”. Wir sammeln mal einige gelungene Antworten:

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6 vor 9

Ronnie Grob, 19. Februar 2008 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Werden Medien instrumentalisiert?
(blog.tagesschau.de, Dr. Kai Gniffke)
Chefredakteur Dr. Kai Gniffke macht sich Gedanken über zu Razzien aufgebotene Journalisten.

Angsthasen auf der Jagd
(taz.de, Steffen Grimberg)
Der Deutsche Presserat soll keine Beschwerden von Bildblog mehr entgegennehmen. Versucht da ein deutscher Großverlag, die Selbstkontrolle der Presse auszuhebeln?

Das Netz als Hort des Bösen?
(debatte.welt.de, Don Dahlmann)
“Seit dem Blogs, Foren und andere Web 2.0 Dinger in den letzten Jahren an der Vorherrschaft des Journalismus in Sachen Meinungsbildung rütteln, tauchen immer mal wieder Stimmen auf, die vor dem Schmutz im Netz warnen. Man warnt vor undifferenzierten Stammtischmeinungen bis hin zu schlecht recherchierte Artikel in Blogs, die vor lauter Lügen kaum lesbar sind. Aufgeschlossene Vertreter des Online-Journalismus winken meist müde ab, und verweisen auf die Fehler, die in Zeitungen unkorrigiert in den Archiven jahrzehntelang vor sich hindösen.”

Terrorismusverdacht in “Nahaufnahme”
(futurezone.orf.at, Patrick Dax)
Der Berliner Sozialwissenschaftler Andrej Holm ist unter Terrorismusverdacht geraten und verbrachte im Sommer 2007 drei Wochen in Untersuchungshaft. Auch bereits davor wurde er vom deutschen Bundeskriminalamt [BKA] überwacht. Seine Lebensgefährtin Anne Roth dokumentiert den Fall in einem Weblog. Im Gespräch mit ORF.at erzählen Holm und Roth über die Auswirkungen der staatlichen Überwachung auf ihren Alltag.

Steal this film
(basicthinking.de/blog, Videos)
“Spannender Beitrag über das Netz, Downloads, die Filmindustrie etcpp”.

Wir sind dann mal fort
(cicero.de, Wolfram Weimer)
Alle vier Minuten verlässt ein Deutscher sein Land. An jedem Tag verliert Deutschland ein ganzes Dorf, womit die Zahl der Auswanderer Dimensionen erreicht wie seit 120 Jahren nicht mehr. Man muss kein Pessimist sein, um in der Massenflucht ein Misstrauensvotum gegen die Zukunftsfähigkeit des Landes zu erkennen.

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Zoomer.de gestartet:
Und es hat Zoom gemacht

Ole Reißmann, 18. Februar 2008 um 13.40 Uhr, 16 Kommentare Kommentare

Heute ist Zoomer.de gestartet, das neue Nachrichtenportal des Holtzbrinck-Verlags (Tagesspiegel, Zeit, StudiVZ). Ulrich Wickert verspricht im Begrüßungs-Video “das erste echte Internet-Nachrichtenportal” – die Netzeitung wird sich bedanken.

mit Florian Steglich

Zoomer.de
Zomtec ist gestern, Zoomer ist heute (Screenshot)

Seit heute ist Zoomer im Netz – unser erster Eindruck: Auf Zoomer.de finden sich “echte” Nachrichten. Die Unabhängigkeit des Kosovo, die Ermittlungen in Sachen Steuerhinterziehung, die Wahlen in Hamburg. Da ist erstmal nichts zu sehen von Britney-Britney-Balla-Balla.

Was die Leser interessiert, landet vorne, was nicht klickt, wird abgeräumt. So werden keine weiteren Ressourcen an den Ausbau von Themen verschwendet, die dann doch niemand lesen mag. Stattdessen füttert die Redaktion dort zu, wo das Interesse der Schwarm-intelligenten User sich ballt.

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6 vor 9

Ronnie Grob, 18. Februar 2008 um 8.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Wir über uns
(dirkvongehlen.de)
Dirk von Gehlen analysiert die Impressen deutscher Online-Portale.

Onlinejournalismus 2008
(iwkoeln.de)
Der Onlinejournalismus in Deutschland führt in weiten Teilen ein stiefmütterliches Dasein. Wenn Printjournalisten über ihre Kollegen von den Internetablegern sprechen, ist oft von den “armen Verwandten” die Rede. Die Umfrage des Medienspiegels bei 46 Onlineredaktionen von Tageszeitungen bestätigt dieses Bild.

Gute Kommunikationsstrategie: Ehrlichkeit
(neuegegenwart.de, Björn Brückerhoff)
Interview mit dem Public Relations-Professor Dr. Thomas Pleil.

Einsamkeit gebiert Götter und personifizierte Geräte
(telepolis.de, Florian Rötzer)
Wer sich einsam fühlt, so eine Studie, versucht, seine Umwelt zu beleben und zu vermenschlichen.

Suchmaschine: ‘Die Welt ist eine Google’
(news.at/profil, Sebastian Hofer)
Die Suchmaschine Google kontrolliert das Internet, die Online-Werbebranche und die Art, wie wir die Welt sehen. Das ist aber erst der Anfang. Und wo ist Microsoft?

Postchef Zumwinkel: Es gilt die Unschuldsvermutung
(spreegurke.twoday.net, Ursula Pidun)
“Die rigorose Vorverurteilung des Postchefs Zumwinkel ist vermutlich der abenteuerlich inszenierten und medial durchgestylten Durchsuchungsaktion zu verdanken, die im Morgengrauen des vergangenen Donnerstag stattgefunden hat. Selbstverständlich war “rein zufällig” um Punkt sieben Uhr die Presse zur Stelle, als die Villa des Postchefs von der Bochumer Staatsanwaltschaft mit der Begründung des Verdachts der Steuerhinterziehung durchsucht wurde.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Bruce-Bashing:
Prügel für die ARD

Ole Reißmann, 17. Februar 2008 um 20.40 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Miese Kritiken für die Styling-Show von Bruce Darnell – nicht weiter schlimm, wenn denn wenigstens die Quote stimmen würde. Doch nach den ersten Folgen ist sie, vorsichtig gesagt, miserabel.

Mit großem Brimborium hat das Erste “Bruce”, die Programm-Innovation am Frühabend, beworben. Genützt hat es wenig – und die Show fällt nicht nur bei den Zuschauern durch. Eine kleine Medienlese:

Die Show?

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medienlese - der Wochenrückblick

Ronnie Grob, 17. Februar 2008 um 9.12 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Post Tower gesprengt, Colbert vs. Pocher, Echtheitsdebatten, Erwachsene fauler.

Am Valentinstag wurde der Post-Vorstandsvorsitzende Klaus Zumwinkel “von der Polizei zu Hause abgeholt“, nachdem sie sein Büro und sein Haus durchsucht hatte. Später in der Woche trat dann der 64jährige “Top-Manager, dem Steuerhinterziehung in Millionenhöhe vorgeworfen wird“, zurück. In der gleichen Woche zog sich die deutsche Post auch aus der Onlinewelt “Second Life” zurück. Der “Post Tower” auf der “Post Island” wird wohl irgendwie sterben, ob er tatäschlich gesprengt wird, wie das CIO Weblog vermutet, sei mal dahingestellt. Nach dessen Angaben habe die Post mit dem Ein- und Ausstieg bei “Second Life” einen “mittleren sechsstelligen Betrag” verpulvert.

Stephen Colbert ärgerte sich über die deutsche Ausgabe von GQ und machte wegen Oliver Pocher den Hitler (war dann aber so schlau, zu glauben, dass Alphörner und Ricola klar Deutschland zuzuordnen sind).
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Chaostage bei Puls 4

Markus Kirchsteiger, 16. Februar 2008 um 10.11 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Ein Silberstreifen am düsteren Horizont – das war Österreichs vierter Privat-TV-Kanal Puls 4 beim landesweiten Start Ende Januar . Knapp drei Woche später der Eklat: Mitarbeiter demonstrieren gegen ihr Management, die Journalistengewerkschaft klagt den Sender an und der Sendebetrieb kann angeblich gerade noch aufrechterhalten werden.

Puls4-SenderlogoDabei war die Misere absehbar. Seit zwei Jahren verhandelt die Gewerkschaft des vormaligen Wiener Stadtsenders schon mit den Sender-Chefs um die Einhaltung kollektivverträglicher Mindeststandards. Nun hat die Puls 4-Führung zwei von drei Betriebsräten entlassen – ohne Angabe von Gründen. Daraufhin ging die Belegschaft am Montag vor einer Woche auf die Straße, um gegen diesen unüberlegten Schachzug des Managements zu protestieren.

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Echo 2008 Live-Blog, Teil 3:
Plötzlich ein Preis

Felix Disselhoff, 15. Februar 2008 um 22.49 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

LaFee
Echo für LaFee - wie im auch im letzten Jahr (Bild Keystone)

22:45, Ole Plötzlich hält LaFee einen Echo in der Hand und bedankt sich mit brüchiger Stimme…

22:58, Felix: Es wird spät bei RTL. Da darf man auch mal über Brüste reden: “Bettina” ist gerappte Medienkritik. Die Hamburger Jungs rocken die Bühne. Wird nach knappen drei und gefühlten sechs Stunden auch wirklich mal Zeit. Im Fernsehen wird auf das Video verwiesen, wir konnten es verlinken:

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Echo 2008 Live-Blog, Teil 2:
Pocher, die neue Britney

Felix Disselhoff, 15. Februar 2008 um 21.33 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Oliver Pocher
“It’s Pocher, bitch!” (Bild Keystone)

21:21, Felix: Schau an, ein Überraschungsauftritt. Schade, doch nicht. Oliver Pocher ist sich mal wieder für nichts zu schade und rockt im Britney-Stripperinnen-Outfit die Bühne. Uns gefällt`s. Die paar Pfunde mehr auf den Hüften lassen den Hüftschwung richtig weiblich rüberkommen. Wir sind verwirrt, bloggen aber mutig weiter. Nebenbei gewinnen die Fantastischen Vier ihren “gefühlten” 15. Echo.

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Echo 2008 Live-Blog, Teil 1:
“Vom Feinsten”

Felix Disselhoff, 15. Februar 2008 um 20.10 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

James Blunt
Keine fünf Minuten und schon der erste Preis an James Blunt (Bild Keystone)

20:08, Felix: Um viertel nach geht`s los. Wir stimmen uns ein mit dem passenden Vorprogramm, der alten Fernsehtante “Gute Zeiten, schlechte Zeiten”. Jo Gerner ist immer noch der Böse und wir sind für Euch die nächsten Stunden vor der Mattscheibe. Gleich beginnt der “Echo 2008″. Schaut mit uns. Kommentare sind mehr als gewünscht!

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