Ein Jahr Watch Berlin:
Happy Birthday!

Ronnie Grob, 21. Februar 2008 15:41 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Das Online-Videoportal Watch Berlin feiert den ersten Geburtstag. Auch wenn es nahe an der Unbedienbarkeit vorbeischrammt - die Inhalte sind oft sehenswert.

Watch Berlin
Bild: Screenshot watchberlin.de. Eine Fliege will nicht von der Linse weg (aus dem Geburtstagsvideo).

Auf medienlese.com wird ja oft kritisiert, dabei gibt es auch vieles, das man mag. Ich zum Beispiel freue mich immer wieder über einzelne Beiträge des Videoportals Watch Berlin, heute über diesen Besuch bei mehreren Chinesen in Berlin. Denn wenn man es mal geschafft hat, den Beitrag in der Flash-Hölle der sich andauernd hin- und herbewegenden Fenster aufzufinden und anzuklicken, stösst man auf guten Journalismus. Oder besser, Journalismus, wie ich ihn mag:

Die Leute im Bild dürfen ausreden, es wird auf Details und Nebensächlichkeiten geachtet (zum Beispiel auf die Gesten) und nie, aber auch wirklich fast nie, kommt ein “Journalist” ins Bild mit einem Mikrofon und plappert alle voll. Die Macher der Videobeiträge nehmen sich zurück und geben dem Thema Raum (was man von den Programmierern der Website nicht behaupten kann - mir ist nämlich egal, ob etwas gut aussieht, wenn es statt zwei während zehn Sekunden lädt).

Herauszufinden, was denn Watch Berlin nun alles anbietet, ist eine schwierige Aufgabe, denn die Programmierer der Website scheinen das feste Ziel zu haben, jegliche Struktur zu zerstören, oder, sollte es denn im Hintergrund eine haben, sie dem Nutzer vorzuenthalten. Wahrscheinlich bin nur ich wieder die Nuss, die es nicht schnallt, aber wenn ich die Nuss bin, dann gibt sicher auch noch andere Nüsse.

Einen Einstieg gibts trotzdem (und seit dem kürzlichen Relaunch auch einen RSS-Feed), zum Beispiel über die einzelnen Videokolumnisten. Bei mir in den täglichen Medienkonsum eingeschlichen haben sich der oft brillante Harald Martenstein, der wöchentliche Spiegel-Rezensent Oliver Gehrs, der eigentlich gar nicht so verwirrte Wirres sowie der streitbare Broder, den ich aber beim besten Willen auch auf der “Übersicht” nicht finde.

Machen wir eine kurze Liste mit Highlights des vergangenen Jahres:

  1. Der Kulturterrorist redet mit Türken über Integration (7:19 Minuten)
  2. Rap 2.0: Hip-Hop-Produzentin Melbeatz im Interview (12:33 Minuten)
  3. Harald Martenstein ist des Eisbärs Knut überdrüssig und wünscht sich, dieser möge seinen Patenonkel auffressen. (4:09 Minuten)
  4. Blattschuss: Oliver Gehrs spricht über alte Säcke, de facto über Ulrich Wickert und andere (4:12 Minuten)
  5. Felix Schwenzel ist auf der re-publica und trifft wichtige Blogger (7:39 Minuten)

Fazit: Technik whohoo! bis argh!, Inhalt solide bis grossartig.

» Mehr lesen: Felix Schwenzel (3), Fernsehen (174), Holtzbrinck (3), Oliver Gehrs (10), Online (197), Video (4), Videos (3)

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. Falkmanwan

    schrieb am 22. Februar 2008 um 13:06 Uhr (#)

    Sagt man eigentlich Watch Börlinn oder Watch Bärlien?

    Naja, schreckliche Seite, gute Videos. Da stimme ich Ihnen zu.

    Herzlichen Glückwunsch nachträglich.


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