Musikblog 78s wird Magazin:
Vorsicht, ein Trend geht um

Ole Reißmann, 21. Januar 2008 um 23.12 Uhr, 11 Kommentare Kommentare

Das sympathische Musikblog von nebenan wird erwachsen: Neues Design, externer Werbevermarkter, mehr Autoren, Expansion bis zum Mars. Zum Start der neuen Seite haben wir 78s-Gründer David Bauer ausgefragt.

78s neu
Screenshot der neuen Seite: Zum Start am Dienstagmorgen ändern sich die Texte noch…

95.923 Seitenabrufe und 29.016 Besucher im Dezember. Macht durchschnittlich 936 Seitenbesucher pro Tag mit 3,3 Abrufen. Die Währung im Internet heißt Klicks, und die Macher der Schweizer Musikseite 78s zeigen uns zum Relaunch ihrer Seite stolz ihren Kontoauszug.

Seit Juni 2006 bloggt eine handvoll Musikfreunde auf 78s, drei Herausgeber und sechs freie Autoren schreiben über Musik mit Schwerpunkt Rock. 2759 Beiträge sind schon zusammengekommen. Mit dem neuen Layout, das eher einem Magazin ähnelt als einem klassischen Blog, rauschen die Beiträge künftig nicht einfach mehr nach unten weg. So können längere, aufwändigere und exklusive Geschichten prominent oben auf der Seite stehen, während kürzere Meldungen nach kürzerer Zeit durch neue ersetzt werden. Mehr Platz für Inhalte: In der nächsten Woche sollen gleich vier weitere Autoren dazustoßen.

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Digital-Life-Design 08:
Virtuelle Anteilnahme

Ole Reißmann, 21. Januar 2008 um 14.39 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

München, hier ist München: Medienmacher funken auf allen Kanälen von Burdas DLD-Konferenz.

DLD08

Nicht eingeladen? Nicht am Buffet mit den movers and shakers? Die Zukunftsvisionen und Branchentrends verbreiten sich auch übers Netz. Werben und Verkaufen hat ein IPTV-Format, auf einer Sonderseite gibt es “exklusive Interviews mit Top-Speakern”. Mehr Videos gibt’s auf einer Extraseite des Videoportals Sevenload.

Ätzend dazu Hal Faber auf Heise: “Auf dem DLD kann man den techno-libertären Neocons von Facebook zuhören, die sich auf die posthumanistische Singularität vorbreiten”. Kommentare live aus München gibt’s von Felix Schwenzel (wirres.net) und Thomas Knüwer (Indiskretionen Ehrensache) - diese Links führen nicht auf Blogs, sondern auf die Twitter-Seiten der beiden.

Bei Twitter stellen die Nutzer kurze Nachrichten online, 160 Zeichen, was gerade anliegt. Im Gegensatz zum ausgewachsenen Blog ein Format für kürzeste Nachrichten (Zeit 17/07, “Was machst Du gerade?”).

Burda Digital-Life-Design 08:
“Und nun die Werbe-Pause”

Wolf-Dieter Roth, 21. Januar 2008 um 10.24 Uhr, 14 Kommentare Kommentare

Ursprünglich hieß es “Digital Lifestyle Day”, doch dann wurden es erst zwei und inzwischen sogar drei Tage, auch wenn davon zwei wiederum nur halbe Tage sind. Deshalb wurde die Veranstaltung umbenannt zu “Digital Life Design”. 2008 platzt sie aus allen Nähten.

DLD 08 Schlange W.D.Roth
Wie vor Münchens Nobeldiscos: Teure Autos, Türsteher und eine Warteschlange (Bild: W.D.Roth)

Der DLD war von Anfang an eine Hype-Veranstaltung, auf der sich so manches Interessante fand, insbesondere wenn sich Vortragende öffentlich demaskierten, weil sie dachten, nur unter Gleichgesinnten zu sein.

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6 vor 9

Ronnie Grob, 21. Januar 2008 um 8.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Welche Quellen lieferten in den vergangenen 90 Tagen
die meisten Titel-Stories?

(rivva.de/leitmedien)
(Informationen zum Ranking-Algorithmus: im Blogeintrag)

Von der Druckerei direkt ins Altpapier
(blick.ch, Roman Seiler)
Tausende Exemplare der Gratiszeitung «.ch» für die Innerschweiz werden nie verteilt. Dies hat SonntagsBlick in Emmen LU beobachtet.

Kassensturz
(plagiat.ch)
K-Tipp verwendet illegal iPhone Icons.

Facebook für Angela Merkel und Tony Blair
(spiegel.de, Anne Seith)
Einmal im Jahr reicht den Machern des Weltwirtschaftsgipfels nicht: Sie wollen Davos das ganze Jahr. Virtuell. Auf einer neuen Internetplattform sollen Manager, Politiker und Experten von Weltrang nun chatten und konferieren können - und bei globalen Krisen auch mal schnell entscheiden.

Skype-Gründer kauft Gratis-Zeitung
(taz.de, Reinhard Wolff)
Der IT-Millionär Morten Lund steigt in den dänischen Printmarkt ein - und outet sich als Fan des gedruckten Wortes. Auch der Internetauftritt der gekauften Zeitung dürfte ihn interessieren.

Pourquoi pas une télé sans pub?
(pilet.typepad.com, Jacques Pilet)

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Helen aus der Zeitung

Ole Reißmann, 20. Januar 2008 um 23.02 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Wer ist eigentlich Helen Mirren? Die Schauspielerin im Interview über Image und Identität. Ein Lesetipp.

In der Süddeutschen Zeitung interviewt Alexander Gorkow die britische Schauspielerin Helen Mirren. Dabei ergibt sich eine wundervolle Szene über Selbstbild und Fremdwahrnehmung:

Helen Mirren: … Wir sind halt nicht nur so, wie wir uns selbst sehen.
Alexander Gorkow: Sondern?
Sondern auch so, wie andere uns sehen. Ich habe das für mich akzeptiert, seitdem geht es mir gut. Irgendwann wurde mir klar, dass ich nicht nur die Helen bin, die ich im Spiegel sehe - sondern auch die Helen aus dem Bericht in der Zeitung, die mir im ersten Moment sehr fremd ist.
Was? Gilt das für alle Menschen?
Natürlich. Für mich. Für die Agentin draußen auf dem Flur. Für Sie.
Ich bin, was andere in mir sehen? Das ist absolut nicht akzeptabel!
Doch, doch, Sie müssen es akzeptieren! Auch aus der Sicht anderer setzen Sie sich zusammen, nicht nur aus der eigenen. Ich zum Beispiel habe gerade ein Bild von Ihnen, das womöglich nicht dem entspricht, was Sie selbst von sich haben.
Aha.
Ja, ja.
Und was soll ich nun machen?
Einfach akzeptieren, dass Ihre Sicht auf sich selbst nicht die einzige ist. Man nimmt sich selbst dann nicht mehr so wichtig. Das macht das Leben leichter.

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medienlese - der Wochenrückblick

Ronnie Grob, 20. Januar 2008 um 19.10 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Roger Köppels Kleider, das Inhaltsverzeichnis des Internet, Peter Turi beinahe Preisträger.

Die Kleider des Chefredaktors der Weltwoche, Roger Köppel, scheinen zu interessieren. Nachdem im September 2007 eines seiner Gewänder als Konfirmandenanzug eingestuft wurde, konstatierte der Stylewatcher von wision.ch, dass Köppel innert einem Monat drei mal im selben Anzug in Fernsehsendungen aufgetreten ist. Ob Marie von Ebner-Eschenbach eine Hilfe sein kann? Sie sagte, gemäss zitate.net: “Man darf anders denken als seine Zeit, aber man darf sich nicht anders kleiden.”
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State of the art:
Akzeptanz im Leser- und Anzeigenmarkt

Ronnie Grob, 20. Januar 2008 um 10.07 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

“Akzeptanz im Leser- und Anzeigenmarkt” ist das Schlagwort, mit dem die Verlage ihren Lesern die als Journalismus verkauften Werbebeilagen andrehen wollen.

Marc Walder im Interview, Screenshot Werbewoche
Unten links der Inhalt (Interview zum SonntagsBlick), oben rechts die Werbung (für den SonntagsBlick)

Jeweils vor Weihnachten ist es wieder soweit. Die Luxusbeilagen der Printprodukte (unsere Beiträge vom 17.11.2006 und vom 24.11.2006) erscheinen und richten sich in einem Glanz, wie Journalismus nur selten verpackt wird, an die Leser. Da sie keine eigenständigen Produkte sind, sondern nur anderen Produkten beiliegen, kann das Leserinteresse an dieser Art von Journalismus kaum nachgewiesen werden. In den Verlagen gibt man sich aber davon überzeugt. Marc Walder vom Schweizer Ringier-Verlag (unter anderem Chefredaktor des SonntagsBlick) spricht in einem kurzen Interview mit der Werbewoche gleich zwei Mal davon:
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Blogosphäre:
Hackordnung 2.0

Wolf-Dieter Roth, 19. Januar 2008 um 15.13 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Sind Blogger oder Journalisten die besseren Hackbrettmalträtierer? Und was ist mit den unsäglichen Verrätern, die gleich beides sind? Fragen, die die Welt bewegen. Oder zumindest die Zeit. Nein? Na dann zumindest die Blogger.

Hackordnung in der deutschen Blogosphäre
Link zu peterkroener.de

Wer allerdings nicht die Zeit, den Willen oder die Fähigkeit hat, sich durch lange Traktate zu lesen, jetzt irritiert nach einem Blatt namens Willen oder Fähigkeit sucht und ohnehin eher Bild-Zeitungen bevorzugt, dem kann die Frage “Stehe ich oben oder unten?” nun mit einem Bild statt tausend Worten beantwortet werden:

Christian Hayungs hat zusammen mit Peter Kröner eine Grafik der eigentlich doch gar nicht existenten (und deshalb auch rächtshraiptekknisch nicht so wirklich faßbaren) Blogoshpäre erstellt, mit der sogar Journalisten Blogger Linkhuren verstehen, wo sie in der Werteordnung 2.0 angesiedelt sind.

Archive offen:
Wissen ist mächtig

Ole Reißmann, 19. Januar 2008 um 12.45 Uhr, 8 Kommentare Kommentare

Die Archive von Focus und Zeit stehen kostenlos im Netz, der Spiegel folgt im Frühjahr. Neben mehr Werbeplätzen schaffen sich die Verlage so auch ein höheres Ansehen: Ihre Inhalte werden durchsucht, verlinkt und zitiert.

Focus Bürger-King
Wissen, was wichtig war: Helmut Kohl, der Bürger-King (Focus 34/1994)

Die Texte aus 15 Jahren Focus sind im Archiv kostenlos abrufbar. Bilder und vor allem Infografiken, für deren inflationären Einsatz das Nachrichtenmagazin sich einen Ruf erworben hat, haben es nicht mit in die digitale Verfügbarkeit geschafft. Währenddessen kosten die Artikel in Datenbanken immer noch zwischen 1,37 und 2,60 Euro (siehe Tabelle).

Bei der New York Times stellte man fest, dass Besucher immer mehr über Suchmaschinen und Blogs direkt Zugriff auf einzelne Artikel suchten. Bis zum September 2007 führte das nur selten zum gewünschten Text, das Angebot der Zeitung versteckte sich hinter einem “pay wall”. Wer auf die Angebote zugreifen wollten, musste bezahlen.

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Blogger und Journalisten:
Alles nur Zickenterror?

Wolf-Dieter Roth, 18. Januar 2008 um 15.03 Uhr, 26 Kommentare Kommentare

Jeder Artikel von Journalisten über “Web 2.0″ wird inzwischen als Kriegserklärung an dasselbe verstanden. Doch die Blogger sind meist gar nicht gemeint. Leider wissen beide Seiten zuwenig voneinander und pflegen eifrigst Klischees und Vorurteile.

Gestandene Journalisten toben und schimpfen, im Internet stünde nur Müll, und in Blogs sowieso. Gestandene Blogger toben und schimpfen, auf totem Baum stünde nur Müll, und in Online-Portalen sowieso. Schließlich wagt es auch noch ein FAZler, JEHOVA zu rufen, indem er das Wort “Blogjournalismus ” kreiert. Ja Iiiih! “Also mit DENEN wollen WIR doch nichts zu tun haben”. Da sind sich beide schimpfenden Seiten plötzlich einig.

Dabei bloggen Journalisten privat und beruflich. Und Blogger recherchieren. Und eine Blogsoftware wie Wordpress ist auch nichts anderes als ein einfaches CMS (Content Management System), also sind auch technisch die Blogs und die Online-Portale verwandt.

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands Michael Konken setzte sich schon vor einigen Wochen in einer ansonsten durchaus vernünftigen Rede auch bei seinen Mitgliedern nachhaltig in die Nesseln, als er verkündete:

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