“Weiß am Zug: Sxf7!?”, titelt heute die Frankfurter Allgemeine Zeitung und setzt damit alle Konkurrenz am Kiosk matt. Schach auf der ersten Seite, wider aller Marktforschung, wider den allgegenwärtigen Trend zum Boulevard.
Titelseite der FAZ am 24. Janaur 2008 (Bild: FAZ.net)
Donnerstag wurde es bekannt: Das Nachrichtenmagazin Spiegel bekommt eine Doppelspitze. Grund genug für medienlese.com eine Zeitreise durch den Verlag anzutreten, der Deutschland mitprägte und selbst Geschichte schrieb.
Laut Berichten des Hamburger Abendblatt und der Süddeutschen Zeitung hat die Suche nach einem Nachfolger von Stefan Aust ein Ende gefunden. Georg Mascolo, derzeit Leiter des Berliner Spiegel-Büros, und Onlinechef Mathias Müller von Blumencron übernehmen die Chefredaktion beim Spiegel.
Der Medienrummel um Austs Nachfolge zeigt, dass die Geschichte des Verlags untrennbar mit dem Magazin selbst verbunden ist. Der Spiegel ist mit einer Auflage von knapp über einer Million die größte Wochenzeitung Deutschlands. Wenn man sich die Vita des 60 Jahre alten Printriesen anschaut, wird man den Eindruck nicht los, dass jeder dieser Leser hart erkämpft wurde.
Die World Radiocommunication Conference (WRC) findet alle zwei bis vier Jahre statt. Auf der WRC-07 vom 22. Oktober bis 16. November 2007 sollte unter anderem die “Digitale Dividende”, durch die Digitalisierung des terrestrischen Fernsehens freigewordene Frequenzkapazität, an die Mobilfunkunternehmen verhökert werden. Wie ist dies ausgegangen?
Veranstaltung im Institut für Rundfunktechnik (IRT) in München-Freimann, rechts: Jan Outters (Bild: W.D.Roth)
Auf einer WRC wird von den Fernmeldeverwaltungen der verschiedenen Staaten weltweit die Verteilung aller Funkfrequenzen beginnend im noch kaum strahlenden KHz-Bereich (Audio) bis hinauf zu 3000 GHz, 3 THz, den Terahertz-Strahlen, dem fernen Infrarot, diskutiert und gegebenenfalls neu verteilt. Große Sorge machten sich die Rundfunkanstalten dabei um eine Neuvergabe des UHF-TV-Spektrums an Mobilfunkinteressenten. Sind sie noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen?
Wenn Kollegen vor Häme triefen (persoenlich.com, Helmut-Maria Glogger)
Am Dienstag vermeldete die deutsche Presse, dass Star-Kolumnist Michael Graeter in Zürich festgenommen wurde, weil er gegen Bewährungsauflagen verstossen hat. Für den Publizisten Helmut-Maria Glogger zeigt der Fall des deutschen Gesellschaftsreporters vor allem eines: Nämlich wie schnell Kollegen über einen herfallen, der ihnen an Wissen, Recherche und auch Unbestechlichkeit himmelweit überlegen war. Und ist.
Wo das Echte zählt (tagesspiegel.de, Harald Martenstein)
Aufregung um einen Video-Blog: Im Internet gilt der Experte wenig, der Authentische viel.
Die Wahrheit über Britney Spears (taz.de, Christine Brügge)
Britney Spears hat einen dramatischen Abschiedsbrief geschrieben! Hat sie? Warum man besser keiner Meldung über ihr “wildes Leben” glaubt.
Medientagebuch (woz.ch, Stefan Keller)
“Einen Politiker gibt es, der sogar fast keinen Satz ohne «ich» von sich gibt, egal um welche Katastrophe es geht. Er heisst Moritz Leuenberger und führt einen Blog mit der Adresse http://moritzleuenberger.blueblog.ch. Glaubt man Leuenbergers öffentlichen ’Notizen zu Politik und Gesellschaft’, dann verbringt er wirklich besorgniserregend viel Zeit damit, sich Gedanken über den Umstand zu machen, dass er oft falsch verstanden wird.”
Auf zum großen Medienmischmach (netzeitung.de)
Die Grenzen zwischen Print, Online und bewegten Inhalten lösen sich mehr und mehr auf, wie Experten nun beobachtet haben. Der Trend gehe zu immer neuen Plattformen. Aber nur die Ruhe: So schnell geht das alles nicht.
US-Journalisten haben regelrechte Angst (derwesten.de)
Regelrechte Angst haben US-Journalisten vor der Entwicklung der Nachrichtenberichterstattung und fürchten um ihre Existenz. Ursachen sind vor allem der Qualitätsverlust durch schlechte Personalkapazität und die Konkurrenz zum Internet.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien. Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Nathalie ist einfach der Hammer und Bohlens neuer Sidekick Andreas “Bär” Läsker gibt Vollgas. Heute startet “Deutschland sucht den Superstar” in die fünfte Runde - und wir haben zehn fiese Bohlen-Sprüche zum anhören.
Bohlen-Spruch 5/10: “Kelly Family”
Bohlen-Spruch 1/10: “Nachgelassen”
Dieter Bohlen: Können diese Augen lügen? (Bild RTL / Stefan Menne)
“Du hast schwach angefangen … und mit der Zeit noch stärker nachgelassen”, so watscht DSDS-Juror Bohlen entrückte Castingnovizen ab. Tjaja. Aber immerhin hört sich Fernsehdeutschland derlei persönliche Seitenhiebe gerne an. Heute startet die fünfte Staffel der Castingshow “Deutschland sucht den Superstar”. Der Richtige scheint also noch immer nicht gefunden zu sein.
Und wenn der Pop-Titan nicht so harsch mit Übergewichtigen und Unhübschen umgehen würde, müssten wir uns ja auch nicht einmischen.
Neben einigen sehr komischen Showeinlagen wie der Verkaufssendung von Martha Stewart hatte der Burda Digital-Life-Design 08 auch einige künstlerisch höchst wertvolle Momente zu bieten.
Héctor Parra, ein spanischer Musiker und Komponist, mit elektronisch gewarpten Violoncellos, um die Gravitation und die anderen Kräfte, die die Welt zusammenhalten, musikalisch zu simulieren (Bild: W.D.Roth)
Ein recht interessantes Panel, das allerdings die wissenschaftlichen Kenntnisse der meisten Zuschauer überstieg, lief am dritten Tag des Burda DLD08: “Reality Formula”
Wir machen es wie im Weißen Haus (faz.net, Thilo Komma-Pöllath)
Bayern München teilt Journalisten künftig in Kategorien ein - einflussreiche und freundlich gestimmte Medien sollen bevorzugt berichten dürfen. Auch das ist der FC Bayern dieser Tage - ein irrationales Gebilde, wenn es um Public Relations geht.
Gegen Einschüchterung (taz.de, Christian Rath)
Bisher konnte jeder eine Gegendarstellung erwirken, über den Medien etwas behaupteten. Das Bundesverfassungsgericht hat die Hürden nun höher gesetzt.
Ausweise im Internetcafé, Dauer-Handyüberwachung? (tagesschau.de, Holger Schmidt)
Vier Monate nach der Festnahme von drei Terrorverdächtigen im Sauerland beraten Verfassungsschützer heute über Folgen. Ihre Ermittlung war immer wieder von Pannen gefährdet worden. Jetzt fordern sie mehr Befugnisse.
“Was würde Google tun?” (focus.de, Torsten Kleinz)
Das Internet hat die Spielregeln der Medien verändert: Immer neue Techniken und Plattformen geben quasi jedem die Gelegenheit, seine Gedanken und Arbeiten zu veröffentlichen.
ÖSTERREICH und seine Experten (medienschelte.at, Richard)
Da ÖSTERREICH gerne dabei hilft, die selbst ausgerufene Panik ein wenig zu beruhigen, gibt?s im Blattinneren ein kleines FAQ das die wichtigsten Fragen von KleinanlegerInnen klären soll.
Facts 2.0 mit Perspektiven - Interview mit Christoph Lüscher (blog.kooptech.de, Christiane Schulzki-Haddouti)
Mit Facts 2.0 hat sich der Tamedia-Verlag für den radikalen Schritt entschieden eine eingeführte Medienmarke zu einem reinen Aggregationsdienst mit News-Community umzuwandeln. Seither sind rund vier Monate vergangen. Zeit für ein paar Nachfragen bei Projektmanager Christoph Lüscher.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien. Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Wir lieben Magazine - und schreiben darüber! Hier eine visuelle Auswahl einiger Zeitschriften, über die wir berichtet haben. Wenn wir auch Euer Magazin vorstellen sollen, schreibt uns einfach eine Mail.
Börse online erschien erstmals 1987 und war ähnlich wie die leider mitten im Dotcom-Boom gemeuchelte PC-ONLiNE kein Online-Magazin - das WWW war ja 1987 noch gar nicht erfunden -, sondern ein gedrucktes Magazin, auch wenn man bereits im BTX präsent war. “Online” sollte lediglich die Zeitnähe zur Börse ausdrücken.
Als das Internet sich dann allgemein verbreitete, baute man auch einen ersten Online-Auftritt, doch startet man erst jetzt richtig durch, so Chefredakteurin Stefanie Burgmaier. medienlese.com traf sie und ihr Team mit der wohl bekanntesten Rechercheurin des Magazins, Renate Daum, in München im Verlag zu einer Podiumsdiskussion anläßlich des 20-jährigen Bestehens des Magazins, die der Bayrische Jounalistenverband organisiert hatte.
Jimmy Wales zeigt seine Suchmaschine (focus.de, Video)
Wikipedia-Gründer Jimmy Wales führt seine soziale Suchmaschine vor. Statt auf Server und Algorithmen setzt Wikia Search auf menschliche Intelligenz.
Österreicher können mit “Web 2.0″ wenig anfangen (diepresse.com)
Obwohl Seiten wie Wikipedia, Geizhals und Youtube fleißig benutzt werden, sagt der Begriff “Web 2.0″ den meisten Usern nichts. Weblogs gelten glaubwürdiger als Wikis.
York von Heimburg, IDG. (turi-2.blog.de, Video)
Wie müssen sich Verlage verändern, wenn sie im digitalen Zeitalter überleben wollen? York von Heimburg, Geschäftsführer und Vorstand des Computer-Verlags IDG (”Computerwoche”, “PC Welt”), gibt Peter Turi beim DLD 2008 Antwort: “Meines Erachtens dramatisch - und viele haben es noch nicht verstanden.”
“Die Rückkehr ist mir leicht gefallen” (persoenlich.com, David Vonplon)
Anfang Januar hat Dirk Schütz den Chefredaktoren-Posten der “Bilanz” übernommen. Die Zukunftsaussichten des Wirtschaftsmagazins sind rosig — nach der Schliessung von “Cash” stammen die verbliebenen Konkurrenten des Blatts grösstenteils ebenfalls aus dem Hause Springer. Im Interview mit “persoenlich.com” sagt Schütz, wieviel Kritik an den Wirtschaftsmächtigen er bei der “Bilanz” zulassen, und wie er dem Titel zu mehr Relevanz verhelfen will.
CASH-Talk: Michael Ringier (cash.ch, Video, 29:12 Minuten, in schweizerdeutsch)
Die Firma Ringier feiert dieses Jahr ihr 175 Jahr-Jubiläum. Aus der ehemaligen Druckerei Ringier in Zofingen ist ein multinationaler Medienkonzern mit 7000 Angestellten in zehn Ländern entstanden. Michael Ringier über die weitere Expansion, die Zukunft der Boulevardzeitungen und den Einfluss von Web 2 auf das Verlagsunternehmen.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien. Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Die Presseschau heute mit zwei langen Texten zur Filmkritik mit Weblogs, einem Peter Turi, der auspackt und einer unsinnigen Sperrfrist für eine PR-Meldung. » weiterlesen
CDU und CSU sprechen sich für die Nationale Initiative Printmedien aus – mit einem Sprachwust aus Blähsätzen und Politiker-Phrasen, der hier gebührend gewürdigt werden soll. » weiterlesen
Bild-Blattkritik mit Broder, die Zukunft des Journalismus als brotlose Kunst, erbarmungslose, verächtliche Urteile und Hugo Bütler mit dem noch fast unbenutzten Wort "Freischützentum". Die Presseschau. » weiterlesen