6 vor 9

Von Ronnie Grob, 30. Januar 2008 08:54 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

“Man müsste die Verleger in ein Web 2.0-Seminar stecken”
(persoenlich.com, David Vonplon)
Blogs werden hierzulande oft als Randphänomen für ein Nischen-Publikum angesehen. Ein Blick in die Nutzungsstatistik der Wemf zeigt allerdings: Das Zürcher Startup-Unternehmen Blogwerk — ein Netzwerk von fünf Blogs, hinter dem 9 fest angestellte Mitarbeiter und 22 Freelancer stehen — erzielt Reichweiten, die viele traditionelle Medientitel blass aussehen lassen. “persoenlich.com” sprach mit dem Gründer Peter Hogenkamp über Blogs und Blogosphären.

Der Ritterschlag
(medienspiegel.ch, Rolf Hürzeler)
Der neue Kolumnist des Medienspiegels macht sich über Kolumnisten lustig.

Wie die Marktforschung das neue Netz verschläft
(blog.metaroll.de, Benedikt Köhler)
“Wie sieht es aus mit der Web (2.0)-Tauglichkeit der großen Markt- und Medienforschungsinstitute? Man dürfte eigentlich meinen, dass hier mustergültig alle Techniken eingesetzt werden, die den Zugang zu den angebotenen Informationen erleichtern (vgl. auch das inflationär verwendete Stichwort ?Google for Information?), die Verständnis und Einprägsamkeit der Informationen stützen und vielleicht sogar (Corporate Weblog) neue reziproke Kommunikationswege zwischen Unternehmen und Nutzern schaffen. Im Moment sieht es hier allerdings düster aus.”

“Es darf nicht so oft abstürzen”
(spiegel.de, Christian Stöcker)
Second Life” hat ein Jahr Hype hinter sich - und erlebt nun den Rückschlag. Firmen ziehen sich zurück, die Anmeldungen stagnieren. Ein Gespräch mit dem Gründer Philip Rosedale über Zukunftspläne, Achterbahngefühle, Absturznöte - und den Konkurrenten Google.

Blogs
(nybooks.com, Sarah Boxer)
“A blog, for those who don’t know, is a journal or log that appears on a Web site. It is written on line, read on line, and updated on line. It’s there for anyone with an Internet connection to see and (in many cases) comment on. The entries, or posts, are organized in reverse chronological order, like a pile of unread mail, with the newest posts on top and the older stuff on the bottom. Some blogs resemble on-line magazines, complete with graphics, sidebars, and captioned photos. Others just have the name of the blog at the top and the dated entries under it. You can find blogs by doing a regular Google search for the blog name (if you know it) or by doing a Google Blog search using keywords.”

Montgomery gibt Online mehr Gewicht
(tagesspiegel.de)
“Nach seinen Worten ist das klassische Geschäftsmodell der Zeitungen bankrott.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

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3 Kommentare zu diesem Artikel

  1. arbiter

    schrieb am 31. Januar 2008 um 02:17 Uhr (#)

    “Man müßte die Verleger in ein Web 2.0-Seminar stecken”:
    Was sollen sie da bitte lernen? Verlage/Zeitungen und Web sind zwei grundverschiedene Medien. Der Verleger versteht etwas von der Holzklasse, Peter Hogenkamp ist Profi in den elektronischen Medien. Jeder der beiden hat seine eigene Aufgabe und seine eigene Auffassung. Jeder definiert seinen Auftrag. Nachvollziehbar, daß Vertreter der Holzmedien den Einstieg in elektronische Nachrichtenübermittlung als Verrat am Auftrag sehen, auch das Sterben ihres Mediums nicht kommentarlos hinnehmen wollen. Unbestreitbar entwickelt sich eine Wettbewerbssituation, und die Verleger spüren schon jetzt finanzielle Einbußen. Dem hinzugerechnet, es gibt durchaus nachvollziehbare und gute Gründe für Vorbehalte gegenüber dem Web und seiner Technik generell, kann weder der gereizte Ton aus dem Verlegerlager verwundern, noch erwartet werden, Verlage des derzeitigen Geschäftsmodells und seiner gegenwärtigen Strukturen seien fähig und/oder willig, kampflos dieses Feld zu räumen. Andererseits ist auch mit Web 2.0 noch nicht die endgültige Form gefunden, bietet Chancen, ist aber lange noch nicht DIE Alternative. Die Animositäten auf beiden Seiten sind unerfreulich, derzeit aber eher unvermeidbar. Außerdem, Seminare kosten Geld, genau jenes, das die Holzmedien gerade ans Web verlieren. Kommt prompt die Frage der Verleger: Schlechtem Geld noch gutes hinterherwerfen?

    Die Entwicklung der Medienlandschaft hat andererseits gezeigt, auch nach Film, Radio und TV haben Verleger ihre Bedeutung behalten. Der neue Wettbewerber, das unbekannte Wesen, hat freilich eine andere Veränderungsqualität. Dennoch steht natürlich die Frage im Raum, warum die Blog-Netzwerke eigentlich scharf darauf sein sollten, daß Verlage und Verleger sich Ihres Geschäftsmodells bemächtigen, die Startups übernehmen, schlucken sollten? Nennenswerte Rendite ist noch nicht in Sicht, -dann wären die “Heuschrecken” längst da!- und es wäre doch angenehm, wenn wir weg kämen von der Konzentration der Medien- und Beeeinflussungsmacht. Warum darf Blog sich nicht als eigenständiges Medium parallel durchsetzen? Und muß Blog den Verlegern erklären, womit sie wie und mit Blog überleben könnten? Oder sind das schlicht unternehmerische Entscheidungen der Qualität, wie Peter Hogenkamp, der Nichtverleger, sie für sich und Blogwerk getroffen hat?

    Unabhängig von solchen Fragen ist das Leistungsspektrum von Zeitungen/Zeitschriften zu dem von Web 2.0 sehr unterschiedlich. Es sind eben zwei grundverschiedene Medien. Auf den Monitor, vollgestopft mit Informationen, paßt die Titelseite einer Tageszeitung nicht. Gewohnheit hin oder her, der Informationstransport auf totem Holz funktioniert m.E. für den Zweck besser. Der Monitor überrascht im Web 2.0 mit animierten Objekten, den filmischen und akustischen Möglichkeiten von z.B. Youtube, verlangt eine völlig andere Art von Aufmerksamkeit, und weil es rundherum auch ums Geschäft geht, verlangen auch die Werbebotschaften eine andere Aufmerksamkeit, wodurch zumindest ich mich eher belästigt fühle. Die Frage ist, was will der z.B. Zeitungsleser? Je nach Durchführung der Befragung, je nach Erwartungshaltung und Prämisse fallen die Ergebnisse so unterschiedlich aus, daß eine klare Aussage nicht getroffen werden kann. Der Ansicht, die nachwachsenden, jüngeren Generationen könnten dem Web 2.0 und höher den Vorzug geben, damit den Holzmedien den Todesstoß versetzen, ist kaum zu widersprechen, zumindest dann nicht, wenn die Verlage so weiterwurschteln wie bisher. Ein bißchen riecht das alles nach Hase und Igel, und der Ausgang des Rennens ist scheinbar doch noch offen, wobei zu wünschen wäre, beide Medien könnten neben und/oder miteinander existieren. Zumindest die gegenwärtige Situation ist doch recht spannend.

  2. Wolf-Dieter Roth

    schrieb am 31. Januar 2008 um 15:22 Uhr (#)

    Na ich bin auch chronischer Verleger - meist finde ich aber die Dinge nach einer Weile wieder, die ich verlegt habe ;o)

    Du nimmst “Verleger” als Synonym für “Zeitungshersteller”. Nun bleibt aber kein Medium heute mehr in seinem Bereich. Sonst hätten wir einige Probleme weniger. Jeder will alles. Die öffentlich-rechtlichen Sender machen Zeitungen und Bücher, verklagen drum auch Printjournalisten und Printverleger. Ich bin deshalb inzwischen Onliner, was ich gar nicht sein wollte, weil es schwieriger ist, davon zu leben, aber ich hatte zuviel Probleme als Printmann mit den Rundfunksendern. Die Printleute wollen natürlich auch online sein und dort dann aich Videos zeigen, da schreien dann wieder die öffentlich-rechtlichen Sender. Online wollen sowieso alle sein, ob sie davon was verstehen oder nicht. Dann machen die Blogger Podcasts, da schreien dann die ÖRs erneut, Rundfunk sei ihr Metier und das Internet würde ihnen alles wegnehmen. Komischerweise hört man von den kommerziellen Sendern sowas nicht, die machen zwar auch wenig brauchbares, egal in welchem Medium, aber sie schimpfen nur über die ÖRs und nicht Blogger oder Zeitungen.

    Gerade weil man aber auf allen Feldern vefolgt wird, muß man immer multimedialer werden.

    Peter Hogenkamp sagt sicher nicht “Die Zeitungen müssen ins Web”. Was seine eigenen Pläne betrifft, wäre es ja besser, sie ließen es sein. Er sieht halt nur, wie dilettantisch es teils gemacht wird. Es ist aber auch teils knifflig. Beim ÖR-Rundfunk findest Du z.B. kaum Links auf externe Seiten. Bei denen ist jeder externe Link ein Risiko, sie könnten der Schleichwerbung beschuldigt werden. Damit fallen alle kommerziellen Angebote raus, kein Link zu Spiegel online oder gar irgendwelchen Herstellern. Versuch so mal, ein Gadgetblog zu machen…

    Ach, wieder Stoff für x Artikel…

  3. arbiter

    schrieb am 31. Januar 2008 um 16:11 Uhr (#)

    @ WOLF-DIETER ROTH: Na ja, zwei Verleger, und niemand der suchen hilft? Weiß der Teufel, wo das wie endet!

    Genau der Meinung bin ich auch, es wäre gar nicht schlecht, vielleicht eher besser, die Verleger blieben raus aus dem Netz, die Buchverlage gleich mit. Und wenn sie`s doch probieren, Ausschluß durch Versuch und Irrtum ist ein langer Weg. Etwas Geduld, auch Nachsich wäre u.U. angebracht, und in der Zwischenzeit das eigene Medium voranbringen.

    Selbst für Web 2.0, obwohl ich`s ja nutze,sind meine Kenntnisse do it yourself und ordentlich Schweizer Käse mit richtig vielen Löchern. Als AuchSchreiber kommt man halt gelegentlich mit dem Web in Kontakt und stößt dann auf einen Blog wie diesen, was letztlich wieder mit dem auch Schreiben zusammenhängt. Geld muß/soll/will ich auf der Schiene Holzmedien/Buch verdienen, auch wenn ich relativ alter Esel noch nicht weiß, ob ich`s verdien.

    Das juristische Gedöns und die mit grauen Zellen schier nicht mehr zu erfassenden Grauzonen sind halt “Rahmenbedingungen” die von Lobbyisten befördert, von Unternehmern besungen werden. Auf allen Kanälen das feine Lied von der Bereicherung. Nicht quo vadis interessiert, sondern wieviel bringts. Und jeder will den Löffel eintunken, auch wenn er nichts davon versteht. Schuld ist immer nur der anonyme Blogger.
    Wenigstens das ist kein neues Thema.

    Apropos verdienen: Zumindest hat die VG Wort für Multifunktionsgeräte heute beim BGH Recht behalten. Mit den Vorpixeln, da müssen die auch noch üben.


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