Max Headroom ist zurück

Ole Reißmann, 15. Dezember 2007 um 11.49 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Als das Fernsehen die Welt beherrschte: In einer TV-Serie aus den 80er Jahren wird der selbstironische Moderator Max Headroom, halb Mensch, halb Computer, mit bissiger Medienkritik zum Megastar. Jetzt ist er wieder da, kostenlos im Web-TV Joost.

Max Headroom
Max Headroom in der Episode “Blipverts” auf Joost

“Es ist zwanzig Minuten in der Zukunft”, so fangen die Folgen der Serie “Max Headroom” an. Diese Zukunft sieht düster aus: Fernsehsender beherrschen die Welt. Als ein Reporter des Networks 23 die fiesen Machenschaften seines Senders - sublimale Werbung, die den Zuschauer schon mal grillen kann - aufdeckt, vor den Sicherheitskräften flieht und durch einen Unfall das Bewußtsein verliert, wird ein digitales Abbild von ihm geschaffen. Fortan geistert das als Max Headroom über den Sender.

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Print vs. Online Die Anti-Journalisten

Klaus Jarchow, 14. Dezember 2007 um 13.06 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Schon wieder einer, dem ein gnädiger Gott die Stimme gab, zu sagen, wie’s ihm ums Herz ist. FAZ-Autor Jürgen Kaube, Pauschalreisender in Sachen Netzkritik, fordert in der Überschrift seines Artikels das, was er in diesem Fall leider nicht durchhielt: sachlich zu bleiben.

Beim Gebarme über den ‘Verlust der Fairness‘, über die ‘ungewaschene Subjektivität‘ von ‘Anti-Journalisten‘, die sich aufführen, als seien sie ‘am Tresen zu Hause‘, wäre unsereiner doch mal gespannt, zu erfahren, wo, an wem und auch an was er diesen Tatbestand einer unaufhörlichen Schmähkritik konkret verortet, die er wild daherschmähend anderen vorwirft. Ein einziges Zitat nur, mit Link oder Quellennachweis natürlich, das sollte doch einen Qualitätsjournalisten nicht überfordern. Darüber ließe sich anhand des (Kon-)Textes dann auch reden.

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6 vor 9

Ronnie Grob, 14. Dezember 2007 um 8.54 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Warum Don Dahlmann sein SZ-Abo kündigt
(don.antville.org)
Ich hab die SZ seit Jahren im Abo. Früher mal im Vollabo, jetzt nur noch in einem Wochenendabo. Immerhin komme ich so dazu alle drei Wochen mal das SZ-Magazin zu lesen. Oder die Seite drei. Aber ich hab mein SZ-Abo jetzt gekündigt. Und ich hoffe mal, ich werde nicht der Letzte aus dem Netz sein, der das macht.

Der Nächste, bitte
(taz.de, S. Grimberg und K. Raab)
Nach Claus Klebers Absage geht die Chefredakteurssuche beim “Spiegel” weiter, im Januar soll sie beendet sein. Das ZDF feiert derweil einen Triumph.

Lieber vertuschen
(nzz.ch, Colin Porlezza)
Eine Studie des Medienwissenschafters Scott R. Maier von der Universität Oregon hat ergeben, dass mehr als 98 Prozent aller in US-Tageszeitungen publizierten Fehler nicht berichtigt werden.

StudiVZ verkauft Nutzerdaten
(welt.de)
Die Plattform für Studenten StudiVZ ändert zum Jahreswechsel die Geschäftsbedingungen. Folge: Die persönlichen Daten der vier Millionen Nutzer können an interessierte Unternehmen verkauft werden. Handynummern, Mail-Adressen, Hobbys, Musikgeschmack – alles im Angebot.

kulturplatz - Roger Schawinski über Diktatur der Quote
(youtube.com, Video, 6:02 Minuten)
Die Mediensatire «Free Rainer» — Regisseur Hans Weingartner und Roger Schawinski über die Diktatur der Quote.

Verschlumpft noch einmal
(blogs.radio24.ch/christoph)
Eveline Widmer Schlumpf - was hat es bloss mit dem Namen unserer neuen Bundesrätin auf sich, dass wir Journis ihn nicht richtig sagen können?

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

YouTube-Armee Schweiz

Ronnie Grob, 13. Dezember 2007 um 14.04 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

20min.ch sammelt Videos der Schweizer Armee im Internet und bindet sie so geschickt ein, dass die Herkunft der Filmchen nicht mehr zu erkennen ist.

Schweizer Armee

Manchmal entsteht Journalismus dort, wo man ihn gar nicht vermutet. Auf dem Online-Portal einer Gratiszeitung zum Beispiel. Die nichts mehr macht als YouTube-Videos zu versammeln und einen kurzen Text dazu zu schreiben. Denn manchmal wirken Bilder einfach viel besser als Worte - selbst, wenn die Bilder unscharf sind und von Amateuren mit Handykameras gedreht wurden. Eine Reportage über den Zustand der Schweizer Armee wäre vielleicht eleganter - aber auch aussagekräftiger?

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6 vor 9

Florian Steglich, 13. Dezember 2007 um 11.24 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

6 vor 9 heute wegen widerspenstiger Technik sozusagen als 6 um 36 vor 12 - danke für die Geduld!

Der Schattenmann
(ksta.de, Tilmann P. Gangloff)
Christoph Gottschalk ist einer der Strippenzieher im deutschen Showbusiness; und das keineswegs erst, seit er die Lizenzrechte für ?Wetten, dass..?? mit großem Erfolg nach China exportiert hat.

?Bei Anruf Abzocke?
Das kauft man ihm ab!

(faz.net, Oliver Jungen)
Seit wenigen Monaten ist Günter Wallraff zurück auf der großen Bühne. Aber als wäre ihm daran gelegen, die Größe seiner einstigen Undercover-Einsätze im Nachhinein herunterzuspielen, tritt er nun als Karikatur seiner selbst auf.

Apple als Massenprodukt und stolpernde Spiegel-Online-Autoren
(fscklog.com)
Vor Jahren noch war die Welt einfach gewesen. Spiegel-Online-Artikel zum Thema Apple wälzten sich grundsätzlich in unendlichen Unzulänglichkeiten, bis sich dies mit Apples fortschreitendem Erfolg plötzlich änderte. Aus den SPON-Artikel verschwanden die Fehler, gewitzte Analysen folgten auf schlaue Feststellungen und mancher gab sich gar euphorisch. Doch nun, endlich, ist alles beim alten Alten.

Zu viele Fremdwörter - Keiner versteht die “Tagesschau”
(spiegel.de)
Eine neue Umfrage hat ergeben, dass manche alltägliche Fachbegriffe in der “Tagesschau”, darunter “Tarifautonomie” oder “Koalitionsfreiheit”, von nahezu keinem Zuschauer verstanden werden.

Sarkozy-Freund will französische AP kaufen
(ftd.de)
Der Ex-Chef der französischen Nachrichtenagentur AFP, Bertrand Eveno, unterstützt den Pariser Geschäftsmann Vincent Bolloré beim Aufbau eines Medienimperiums. Gemeinsam wollen sie die französische Tochter der US-Nachrichtenagentur AP kaufen.

Endspurt vor Weihnachten
(fr-online.de)
Der umstrittene Verkauf des Süddeutschen Verlags (SV) und seines Flaggschiffs Süddeutsche Zeitung steht unmittelbar vor der Entscheidung. Die vier ausstiegsbereiten SV-Altgesellschafter, die zusammen über 62,5 Prozent der Anteile verfügen, wollen voraussichtlich in der Woche vor Weihnachten einen Käufer präsentieren, heißt es in ihrem Umfeld.

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Downtime von 16.00 bis 16.15 UhrBlogwerk-Blogs voraussichtlich 15 Minuten lang offline

Peter Sennhauser, 12. Dezember 2007 um 15.45 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Wir rüsten unseren Server mit mehr RAM auf. Dazu wird er voraussichtlich von 16.00 bis 16.15 Uhr heruntergefahren.

Alle Blogs (neuerdings.com, medienlese.com, imgriff.com, fokussiert.com, fraulich.com und die anderen vier, Ihr wisst schon) sind während dieser Zeit nicht erreichbar.

Danke für Euer Verständnis.

Laufen “Schwarzsurfer” Gefahr, ihren PC abgeben zu müssen?

Wolf-Dieter Roth, 12. Dezember 2007 um 10.39 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Säumigen Zahlern droht die Gebühreneinzugszentrale der deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (GEZ) mitunter mit dem Austausch des teuren, neuen Plasmabildschirms gegen ein Uralt-Schwarzweiß-Gerät. Aus welchem Museum dieses stammen könnte, wäre zugegeben interessant zu wissen.

GEZ-Mahnschreiben
Eines jener Schreiben, das die GEZ TV-Gebühren-Nichtzahlern zukommen lässt: “Es könnte sein, dass Sie bald nur noch Schwarz-Weiß fernsehen!”. Ist der PC-Farbmonitor auch in Gefahr?

Fernsehen war gestern, heute ist Premiere medienlese.com. Muss man angesichts der Gebühr auf “neuartige Rundfunkgeräte”, sprich PCs, als Blogleser oder gar -schreiber, der seine dafür nun fällige Rundfunkgebühr nicht gezahlt hat, nun etwa auch mit der Pfändung des Computers rechnen? Schließlich wird oft geraten, die neue “Internetgebühr” nach “Anmeldung” der Computer unter Protest nicht zu zahlen. Etwas, was natürlich den Kölner Gebühreneinzugsapparat in voller Härte auf den Plan ruft.

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6 vor 9

Ronnie Grob, 12. Dezember 2007 um 8.54 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Medien mit Migrationshintergrund
(bundblog.espace.ch, Artur Vogel)
Wenn etwas vom Staat an uns Journalisten herangetragen wird, sei es in Form einer Empfehlung, einer Anregung oder eines Befehls, werde ich hellhörig. Staat und Medien, das verträgt sich nur auf Distanz; es ist immer wieder zu beobachten, wie einer, wenn er die alleinige Herrschaft anstrebt — sei dies Putin in Russland, Mugabe im Simbabwe, Chavez in Venezuela oder Mubarak in Ägypten — stets zuerst versucht, die Medien unter Kontrolle zu bringen.

Zensur? Nein, Zivilität
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Anstatt gleich Zensur zu schreien, sollte sich das deutsche Online-Völkchen lieber Verantwortung auf die Fahnen schreiben. So frei wie das Medium Internet ist, so stark hat es sich in der Vergangenheit kommerzialisiert und verlangt der Kontrolle.

Der Süddeutschen wird das Internet zuviel
(telepolis.de, Florian Rötzer)
Zuerst ließ man einen Redakteur eine Breitseite gegen den Internetpöbel reiten, dann schließt man das Forum über Nacht und am Wochenende vor den Barbaren aus der Tiefe des virtuellen Raums.

Weißer Mann, was nun? (Lesetipp)
(zeit.de, Andrea Jeska)
Die Zweifel am Engagement Prominenter für die Armen der Welt wachsen. Eine Reise mit dem Kölsch-Rocker Wolfgang Niedecken nach Uganda

Enteignet Springer!
(youtube.com, Video, 0:20 Minuten)
Spontane Aktion der Grünen Jugend Münster gegen Medien-Mogul Springer, anläßlich dessen Beteilung an der Aktion “Licht aus”.

Blogs in plain english
(youtube.com, Video, 2:58 Minuten)
A video for people who wonder why blogs are such a big deal.

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Fernsehtipp Wallraff ruft an

Ole Reißmann, 11. Dezember 2007 um 13.48 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Er nervt wieder: Günter Wallraff hat verdeckt in zwielichtigen Callcentern gearbeitet und die ganze Misere aufgeschrieben. Heute Abend zeigt das ZDF Wallraffs Dokumentation, in der Insider zu Wort kommen.

Günter Wallraff
Günter Wallraff redet mit Insidern, Opfer und Tätern (Bild: Keystone)

Im Mai kam nicht nur das Zeit-Magazin Leben zurück, sondern auch Günter Wallraff mit einer ausführlichen Recherche über das Wesen und Unwesen der Call-Center. “Es scheint, als seien Callcenter die Bergwerke der Neuzeit: Zigtausende arbeiten im Verborgenen, werden unsichtbar – und ihre Arbeitsbedingungen auch” (Zeit-Magazin Leben, 24.5.2007). Die Enthüllungs-Story gibt es nicht länger nur auf Papier, sondern jetzt auch als Dokumentarfilm: Bei Anruf Abzocke läuft heute im ZDF.

Der Film von Günter Wallraff und Pagonis Pagonakis zeigt mit verdeckter Kamera gemachte Aufnahmen von internen Schulungen der Telefon-Operateure, zu Wort kommen die abgezockten Opfer und die Billiglöhner am Telefon - “ein schöner Coup”, findet Thomas Gehringer auf DerWesten.


Bei Anruf Abzocke, ZDF, Dienstagabend, 21 Uhr, 45 Minuten

Vakant:
Boulevard-Blatt in der Schweiz

Ronnie Grob, 11. Dezember 2007 um 11.09 Uhr, 5 Kommentare Kommentare

Herr Döpfner, aufgepasst: In der Deutschschweiz ist Platz frei für eine neue Zeitung. Es geht dabei nicht um irgendeine Nische, sondern um die Position als grösstes Boulevardblatt. Denn der Blick, der diese Position bisher innehatte, wird sich in den nächsten Monaten verabschieden vom Boulevard, wie man ihn seit Jahrzehnten kennt und wie er in vielen Ländern erfolgreich ist.

Der Blick will hintergrundlastig werden, magazinig, ein Bund mit langen Geschichten. Das geschieht, weil man sich abgrenzen möchte von den in der Schweiz grassierenden Gratiszeitungen. Denn viele fragen sich, was denn genau der Mehrwert ist, den der Blick liefert. Zurecht, denn auch wenn in der Hauptredaktion rund 70, beim Sportteil gegen 50 Leute sitzen, merkt man das dem Blatt nur teilweise an. Es sind zwar journalistische Stories im Blatt, aber die sind oft dröge und noch öfters völlig an den Leserwünschen vorbei. Blick wirkt wie eine Zeitung von 50jährigen für 80jährige.

blick online 1

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