Im Test:
Das katholische YouTube

Florian Steglich, 19. Dezember 2007 um 18.26 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

kathtube.pngWeb-2.0-Projekte können nicht nur 13-jährige BWL-Studenten und New-Economy-Nostalgiker anschieben, oh nein: Auch katholische Institutionen mischen mit. Das heißt dann nicht Ratzingr oder kathol.icio.us, aber doch immerhin kathTube.com. Wir haben uns das mal angesehen.

Seit dem 12. Dezember ist es online, das “katholische Medienportal” kathTube.com mit dem Petersdom im Logo. Dieser 12. Dezember war übrigens der “Tag der Muttergottes von Guadalupe!”, wie das insgesamt nicht ausrufezeichenschwache Portal betont.

Bisher sind 250 Bilder, 119 Audiodateien, 71 Videos und zwei Handvoll Dokumente online. Und vor allem unter den Videos finden sich zahlreiche Perlen, wie man sie im Dschungel des Originals gar nicht mehr entdecken würde:

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6 vor 9

Florian Steglich, 19. Dezember 2007 um 8.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Die Samariter-Definition der “Süddeutschen Zeitung”
(Indiskretion Ehrensache, Thomas Knüwer)
Schon am Montag erschienen, aber Pflicht: Thomas Knüwer hat sich internetvictims.de genauer angesehen, eine Website, deren Macher recht wohlwollend vom sueddeutsche.de-Mann Bernd Graff interviewt wurde. Und Knüwer fand: Eine Sex-Hotline und noch ein paar andere unerfreuliche Dinge.

Die dubiose Geschichte vom eingeritzten Hakenkreuz
(Spiegel Online, Florian Gathmann)
“Der Fall löste Entsetzen aus: Im sächsischen Mittweida hätten Rechtsradikale ein Mädchen überfallen, der 17-Jährigen ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt. Nun gibt es erhebliche Zweifel an der Geschichte. Möglicherweise gab es gar keinen Überfall.”

Brandon’s History Of Online BBC
(BBC Internet Blog, Brandon Butterworth, gefunden bei Alexander Svensson)
“We set up www.bbc.co.uk and started playing with mostly laughable content until we found a few like-minded people around the BBC who had more time and material for producing content.” - Brandon Butterworth erzählt, wie die BBC ins Netz ging.

Zeitgenössisches Contentmanagement - Was will der Spiegel von Wikipedia?
(FR Online, Christian Schlüter)
“Offenbar sollen hier die Erträge eines “guten Journalismus” mit den Inhalten eines diffusen, weitestgehend dezentralen und auf freiwilliger Basis organisierten Mitmachprojekts vermischt, verwässert, wenn nicht gar verhunzt werden. Oder auch nicht.”

?Google ist nicht gut genug?
(FAZ, Roland Lindner)
Wikipedia will Google mit einer Suchmaschine Konkurrenz machen (und das übrigens nicht erst, seitdem Google seine Wissensplattform Knol angekündigt hat).

“Die Zeitung ist ein in sich übersichtlicher Kosmos”
(dradio.de)
“Frank Schirrmacher sieht die Print-Medien nicht durch das Internet bedroht. Beide Medien würden sich ergänzen, glaubt der Herausgeber der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. (…) Allerdings gebe es eine allgemeine Tendenz, die den Qualitätsjournalismus bedrohe.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Mehr Klicks pro Minute

Ole Reißmann, 18. Dezember 2007 um 21.17 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Die Konkurrenz ist weit abgeschlagen: Spiegel Online verzeichnete im November 2007 durchschnittlich 1811 Visits pro Minute, bei der Netzeitung sind es nur 58.

So unsinnig diese Zahlenspielerei auch sein mag: Sie verdeutlicht den enormen Abstand der Online-Angebote. Wie weit abgeschlagen die Konkurrenz ist, lässt sich am besten mit einer Grafik zeigen. Die Daten dazu kommen von der IVW, die nicht nur die Auflage von Printprodukten zählt, sondern auch die Nutzung von Internet-Angeboten misst. Die beiden maßgeblichen Werte sind Visits und Page Impressions. Ein Visit ist ein “zusammenhängender Nutzungsvorgang”, während dem eine oder mehrere Seiten abgerufen werden (das sind die Page Impressions).

IVW-Zahlen

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Fernsehen im Internet:
Zur Kasse, Schätzchen

Ole Reißmann, 18. Dezember 2007 um 11.17 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Informationen gibt’s kostenlos bei den Öffentlich-rechtlichen, für Unterhaltung muss bei den Privatsendern Geld gelassen werden.

Stromberg, KDD, Thadeusz, Wallraff
Stromberg, KDD, Thadeusz, Wallraff (Fotos: Sender)

Klickt man sich in der ZDF-Mediathek durch die vergangenen Tage, bietet sich immer ein ähnliches Bild: zehn bis 15 verpasste Sendungen können abgerufen werden, darunter mindestens vier Mal die Nachrichtensendung “heute”. Richtig Spaß macht das leider nicht, deswegen habe ich auch erst heute zufällig entdeckt, dass die Callcenter-Dokumentation “Bei Anruf: Abzocke” von Günter Wallraff (unser Fernsehtipp vom 11. Dezember: “Wallraff ruft an”) online in der Mediathek verfügbar ist. Nur direkt auf das Video verlinken klappt nicht, die interne Suchfunktion der Mediathek nach “Wallraff” muss also ran.

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Gewinnspiel Talese-Buch unterwegs

Ole Reißmann, 18. Dezember 2007 um 11.08 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Unser kleines vorweihnachtliches Gewinnspiel ist vorbei und wir haben einen Gewinner: Das Los fiel auf Armin Treitinger aus Theisseil. Er gab uns die richtige Antwort - am 5. Juni bekam der Tagesspiegel eine neue Internetseite - und wir schicken dafür das Gay Talese-Buch “Frank Sinatra ist erkältet” nach Theisseil.

6 vor 9

Ole Reißmann, 18. Dezember 2007 um 8.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Ab Frühjahr: Spiegel-Archiv wird kostenfrei
(DWDL.de, Uwe Mangel)
“Bezahlinhalte sind weiter auf dem absteigenden Ast - auch beim Spiegel. Dort wird das gesamte Archiv kostenfrei - und Bertelsmann-Lexika-Inhalte gibt’s noch dazu.”

NYTimes Surges, CNet Slumps
(TechCrunch, Erick Schonfeld)
“Ever since the NYTimes.com swept away the last remaining boulders of its subscription pay wall (aka Times Select) in mid-September, its traffic has been going through the roof.”

Eitrige Hitleritis
(taz, Helen Pidd)
“Vor kurzem hat gawker.com ein neuartiges Honorarsystem eingeführt. Die Funktionsweise: Je mehr Hits die Postings eines Redakteurs bekommen, desto besser wird er bezahlt. Die Zahl der online gestellten Texte spielt dabei keine Rolle mehr - genauso wenig wie deren Qualität.”

Medien verhalfen SVP zum Sieg
(Blick, num)
“Den Sieg bei den eidgenössischen Wahlen hat die SVP auch den Schweizer Medien zu verdanken. Diese schrieben nämlich die Partei zum Sieg.”

Wer sieht noch die Tagesthemen?
(FAZ, Michael Hanfeld)
Und jetzt alle: “Die Zeiten, in denen man die Tagesthemen gesehen haben muss, sind lange vorbei.” Oder auch: “Und denken wir nur an die quälend-allabendlichen Kommentare!”

Die Intimität des Lesens
(Miriam Meckel)
“Plötzlich sagte der Nachbar zu mir: ‘Wollen Sie mit mir lesen?’ Ich starrte ihn entgeistert an. ‘Wollen wir nicht zusammen eine Zeitung lesen?’, präzisierte er. ‘Es ist doch etwas eng hier.’ Ich war perplex. Ich war das noch nie gefragt worden. Wenn er gefragt hätte: ‘Wollen Sie mit mir schlafen?’, hätte ich das zwar unverschämt gefunden, aber immerhin doch irgendwie noch im Bereich des Möglichen. Aber zusammen LESEN?” (Tipp von David Bauer, 78s)

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
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Gay Talese:
Reportagen für die Ewigkeit

Ole Reißmann, 17. Dezember 2007 um 9.30 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die Reportagen von Gay Talese sind legendär, genau beobachtet und brilliant erzählt. Seine Portraitierung Frank Sinatras, erschienen 1966 in Esquire, war Wegbereiter und Aushängeschild des New Journalism. Auf Deutsch ist eine Sammlung seiner Texte unter dem Titel “Frank Sinatra ist erkältet” erschienen. Wir verlosen ein Exemplar des Buchs.

Gay Talese
Gay Talese in deutscher Übersetzung: “Frank Sinatra ist erkältet”

?Frank Sinatra has a cold? ist, so schreibt es Charles McGrath in der New York Times, ?possibly the most famous magazine profile ever written?. Obwohl Gay Talese Sinatra nur zweimal kurz zu Gesicht bekam, schrieb er eine ausführliche und wundervoll zu lesende Geschichte über den Star und seine Umgebung. Er kultivierte ?the fine art of hanging around?, hielt sich um Umfeld Sinatras auf, sprach mit dem persönlichen Umfeld, bemerkte kleine Details – und kleidete seine subjektiven Erfahrungen anschließend in schöne Sprache: ?Sinatra mit Schnupfen ist wie Picasso ohne Farbe, Ferrari ohne Sprit – nur schlimmer.?

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6 vor 9

Ole Reißmann, 17. Dezember 2007 um 8.54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Am Zuschauer vorbei
(Süddeutsche Zeitung, Hans-Jürgen Jakobs)
Desaster bei der ARD: Den Tagesthemen laufen die Zuschauer weg, in Umfragen fallen die Kommentare und die politische Berichterstattung durch.

Du bist Deutschland - Du bist ab jetzt kinderfreundlich
(Telepolis, Jörn Hagenloch)
Deutschland soll kinderfreundlicher werden, und jeder Einzelne soll dafür etwas tun: Wieder schicken sich deutsche Medienunternehmen an, mit einer gemeinsamen Kampagne die Zuschauer zu besseren Staatsbürgern zu erziehen. Vorne mit dabei Bertelsmann: “Der reichste und bedeutendste neoliberale Think Tank Deutschlands drängt auf mehr Konkurrenz und Wettbewerb in allen gesellschaftlichen Bereichen, weniger soziale Sicherung und mehr Flexibilisierung. Und genau das geht zu Lasten der Kinder.”

BBC-Homepage (Beta)
Es sieht aus wie iGoogle: Die BBC bekommt eine neue, personalisierbare Internetseite. Seit Sonntag ist die Beta-Version online (Tipp von David Bauer, 78s).

Remembering myBBC
(BBC Online Blog, Martin Belam)
Martin Belam blickt zum Start der Beta-Version zurück auf die Entwicklung der BBC-Seite, die schon vor sieben Jahren etwas ähnliches vorhatte: “it was rather ahead of its time”.

Der neue Hype
(Onlinejournalismus.de, Thomas Mrazek)
Es wird wieder in Personal und Inhalte investiert: Ausführlicher Überblick, was die Internetableger der Printmedien im Internet anstellen.

Menscheln ist ambivalent
(Planet Interview, Jakob Buhre und Tobias Goltz)
Maybrit Illner im Interview über Politiker, Medien und Kompromisse für die Quote.

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
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medienlese - der Wochenrückblick

Ole Reißmann, 16. Dezember 2007 um 10.58 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Internet-Angst, Spiegel-Geschichten und Profi-Blogger

Während Claus Kleber lieber doch in Mainz beim ZDF bleibt und nicht die Nachfolge von Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust antritt, schreibt Joachim Lottmann - der gerade sein aktuelles Buch “Auf der Borderline nachts um halb eins” verschenkt - in der Welt am Sonntag eine Ode an den ebenso geschassten Kultur-Chef des Spiegels, Matthias Matussek. Wegen der Quereleien um die Aust-Nachfolge drohe nun, schreibt die Welt, Zwist zwischen den Gesellschaftern. Peter Turi analysiert solange die Gerüchteküche und destilliert aus der Medienberichterstattung Spiegel-Online-Chef Blumencron als möglichen Nachfolger heraus.

Blogger I: Das Medium Magazin hat Stefan Niggemeier zum Journalisten des Jahres gekürt: Mit seinem Weblog setze er ein Zeichen für den Qualitätsjournalismus.

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Lottmann für lau

Ole Reißmann, 15. Dezember 2007 um 18.13 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Es liegt noch keine drei Monate im Regal: Journalist und Popliterat Joachim Lottmann verschenkt sein Buch “Auf der Borderline nachts um halb eins” als PDF.

Joachim Lottmann
Lottmann-Buch: Gedruckt oder ausgedruckt?

Immer schön ablottern: Mit seinen radikal subjektiven Texten schrieb sich Kulturjournalist und Autor Joachim Lottmann an die Speerspitze der deutschen Popliteraten, seine Reportagen stehen in SZ, FAS, taz und Welt am Sonntag. Zuletzt erschienen die Bücher ?Die Jugend von heute? und ?Zombie Nation? von ihm.

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