6 vor 9 2007:
Die Besten pro Monat

Ronnie Grob, 30. Dezember 2007 21:01 Uhr, 12 Kommentare Kommentare

Im Jahr 2007 lieferte medienlese.com 6 x 5 x 4 x 12, also um die 1440 Links. Davon wollen wir pro Monat die Erinnerungswürdigsten nochmals aufleben lassen.

Die Auswahl ist wie immer sowohl subjektiv, als auch willkürlich. Man kann aber dennoch festhalten, dass es je zwei Texte der Zeit, der Weltwoche und des Spiegels in die Auswahl geschafft haben. Was mein subjektives Bild einer positiven Performance dieser drei Titel bzw. ihrer Onlineausgaben im Jahr 2007 bestätigt (bzw. untermauert). Ebenfalls zu loben sind die Medienseiten der taz, der F.A.Z. und der NZZ, die oft guten Medienjournalismus betreiben. Der Tagesspiegel hatte eine gute Phase nach dem Online-Relaunch, in letzter Zeit aber waren kaum mehr auffällige Stories drin. Die Welt zeigte auch vereinzelt gute Ansätze und die Schweizer Werbewoche überraschte das eine oder andere Mal mit Journalismus. Blogs sind in der Auswahl weiterhin untervertreten, unter anderem auch, weil viele der Texte nicht über zwei Absätze hinauskommen, was kein Vorwurf sein soll. Sie passen aber doch nicht recht in die Rubrik, die längere Online-Texte verlinken will, die im besten Fall von Medien handeln.

Januar 2007:

Erschütternd ist das neue geil

(sueddeutsche.de, Alex ist der neue Rühle)

Nachdem gerade wieder mal jemand vor sich hin behauptet hat, leise sei das neue laut, haben wir im Archiv geschaut, was 2006 in deutschen Zeitungen und Blogs so alles das neue Irgendwas war. Das haben wir hier zusammengestellt und grafisch einsortiert.

Februar 2007:

Vanity Fear – das Video
(axel-springer-akademie.de)
Niels Ruf hat investigativ recherchiert und aufgedeckt, wie die Redaktionskonferenzen von ?Vanity Fair? wirklich laufen. Ein Meisterstück des investigativen Journalismus (vanityfear.mov, Video).

März 2007:

Abenteuerliches Unterfangen

(weltwoche.ch, Kurt W. Zimmermann)

Mit «gehobenem Boulevard» will sich Verleger Michael Ringier bei der Elite anbiedern. Die Folge: Steter Auflageschwund, die einst mächtige Institution Blick verliert auch politisch zusehends an Bedeutung. Denn Boulevard und Political Correctness vertragen sich nicht.

April 2007:

Generation Web 0.0

(blog.handelsblatt.de, Thomas Knüwer)

Deutschlands Entscheider sind nicht im Internet – und stolz darauf. Den Schaden haben Wirtschaftsstandort und Gesellschaft.

Mai 2007:

Der Papierkrieg

(zeit.de, Willem Marx)

Der britische Student Willem Marx machte ein Praktikum im Irak und manipulierte einen Sommer lang irakische Zeitungen in Bagdad – im Auftrag der Amerikaner. Ein etwas anderer Praktikumsbericht.

Juni 2007:

Gnadenlose Richter gefährden Web 2.0 in Deutschland

(spiegel.de, Konrad Lischka)

Wenn ein Webseiten-Beitreiber in Deutschland vorm falschen Gericht landet, haftet er für Schimpftiraden Unbekannter auf seiner Seite – egal, ob er sie übersehen oder sofort gelöscht hat. Veröffentlichung genügt. Deutschland ist ein Risikogebiet fürs Web 2.0.

Juli 2007:

Gute-Laune-Fahrt mit der Hamas

(tagesschau.de, Richard C. Schneider)

Es sollte vor allem eins deutlich machen: Die Hamas sorgt entgegen aller Vorurteile für Sicherheit und Stabilität im Gaza-Streifen. 40 Journalisten wurde der Gaza-Streifen deshalb so präsentiert, wie ihn die Hamas gerne sehen möchte. Auch ARD-Korrespondent Richard C. Schneider war dabei.

August 2007:

Das ist reizend

(dasmagazin.ch, Martin Scholz)

Wie ist es, die Rolling Stones zu interviewen? Nächste Frage.

September 2007:

Mainstream? Nein danke!

(weltwoche.ch, Urs Paul Engeler)

Die Schweizer Medienszene ist eine Einöde. Statt Meinungsvielfalt herrscht -einfalt. Die Weltwoche setzt auf die Kraft des Kontrapunkts. Eine Rede.

Oktober 2007:

Die Vorherrschaft des Fernsehens bröckelt

(spiegel.de, Robin Meyer-Lucht)

Die neueste Medienstudie aus Allensbach zeigt: Eine digitale Revolution ist im Gange – auf Raten, schleichend aber beständig. Die Zeitungen hat das Internet bei den Jungen schon überholt. Jetzt beginnt das Web, das Fernsehen einzuholen.

November 2007:

Bionade-Biedermeier

(zeit.de, Henning Sussebach)

Der Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ist das Experimentierfeld des neuen Deutschlands. Doch wer nicht ins Raster passt, hat es schwer im Biotop der Schönen und Kreativen.

Dezember 2007:

Die Intimität des Lesens

(miriammeckel.de, Miriam Meckel)

?Plötzlich sagte der Nachbar zu mir: ?Wollen Sie mit mir lesen?? Ich starrte ihn entgeistert an. ?Wollen wir nicht zusammen eine Zeitung lesen??, präzisierte er. ?Es ist doch etwas eng hier.? Ich war perplex. Ich war das noch nie gefragt worden. Wenn er gefragt hätte: ?Wollen Sie mit mir schlafen??, hätte ich das zwar unverschämt gefunden, aber immerhin doch irgendwie noch im Bereich des Möglichen. Aber zusammen LESEN??

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12 Kommentare zu diesem Artikel

  1. DB

    schrieb am 31. Dezember 2007 um 11:59 Uhr (#)

    Wenn ich schon kein Glück gehabt habe beim neuerdings-Adventskalender, so schaffe ich es wenigstens mit meinem Lesetipp (Meckel) bei Medienlese in die Kränze. Kriege ich dafür ein Jahresabo von Medienlese? ;-)

  2. Ronnie Grob

    schrieb am 31. Dezember 2007 um 12:05 Uhr (#)

    @DB: Klar, da sind wir grosszügig. Der Text von Meckel gefällt mir sehr, allerdings habe ich ihn im Verdacht, fiktional zu sein (was ihn auch nicht schlechter machen würde…).

  3. DB

    schrieb am 31. Dezember 2007 um 17:29 Uhr (#)

    Dass der Text fiktional sein könnte, ist mir gar nicht in den Sinn gekommen. Aber ja, wäre verzeihlich, frei nach dem New-Journalism-Credo: Alles was geschehen ist oder hätte geschehen können.

    Unverzeihlich fand ich übrigens das Interview von Frank A. Meyer mit besagter Frau Meckel neulich auf 3sat. Meckel hat immerhin wacker pariert und widersprochen, als Meyer sie konstant zur Komplizin seiner verstaubten, kulturpessimistischen Ansichten machen wollte.

  4. Jean-Claude

    schrieb am 2. Januar 2008 um 10:28 Uhr (#)

    Einmal mehr zeigt sich: Gute Links sind schon die halbe Miete eines Blogs.

    @) Zu März 07: “Abenteuerliches Unterfangen”

    Da fallen mir ein paar Dinge auf. Die Ueberschrift könnte heissen: “Abenteuerlicher Kolumnist”.

    Kurt W.Zimmermann gibt in der “Weltwoche” altväterlich Tips, wie man Boulevard richtig macht und mithin den serbelnden “Blick” totsicher wieder flott kriegt. Seine originellen Themenvorschläge: wieder mehr Ehestreit, Sex, Alkoholismus, Homoerotik, Steuerbetrug, Magersucht, Trennung.

    Die Gründe, warum “Blick” nicht läuft, reduzierte Zimmermann auf vier “moraltriefende” Beispiele:

    1.Das Genie Blochers nicht erkannt; 2.Das Sparpaket der Regierung bekämpft; 3.Der Klimakatastrophen-Rhetorik verfallen; 4. Raffigierige Bankiers zu Unrecht blossgestellt.

    Sieben Monate nach Zimmermanns Analyse stellt sich folgendes dar:

    1. Der Gröbaz (=Grösster Bundesrat aller Zeiten) Christoph Blocher ist Geschichte; 2. Das Sparpaket wurde von der Bevölkerung abgelehnt; 3. Das Klima-Thema, wird heute heute auf allen Ebenen ernst genommenen (insbesondere von den Lesern). 4.Raffgierige Bankiers sind heute sogar bei der “Neuen Zürcher Zeitung” ein Top-Thema, siehe UBS.

    Fazit: der “dumme” “Blick” lag zumindest in der Tendenz überall richtig.

    Im Gegensatz dazu die “intellektuelle” Weltwoche:

    1. Der von der Wewo nach Kräften geförderte “Gröbaz” Blocher wurde nach nur vier Jahren durch das Parlament entmachtet; 2.Ueber Ursachen und Folgen des Klimawandels , von der Wewo mehrfach als grosse Verschwörung und Erfindung von Umweltfetischisten beschrieben, gibt es heute weltweit einen sehr breiten Konsens 3. Irak: Der Wewo-Chefredaktor wollte am liebsten die Schweizer Armee in den Irak-Krieg hineinschreiben, um die Amerikaner in ihrem Kampf um freedom & democracy Ltd. zu unterstützen (man lese die entsprechenden Wewo-Texte in ruhiger Stunde mal nach!).

    Fazit: Die Wewo entwicklete sich zur Verfechterin von Loser-Positionen in Serie.

    Dazu sind Links eben auch hilfreich: beim Aussortieren von erwiesenem Nonsens.

  5. Ronnie Grob

    schrieb am 3. Januar 2008 um 11:23 Uhr (#)

    @Jean-Claude: Das mag ja alles sein, aber warum verliert denn der Blick so massiv an Auflage? Und warum gewinnt die Weltwoche leicht dazu? Wegen den Loser-Positionen?

    Das Problem ist, dass der Blick nicht da ist, wo das Leben ist (eben nicht “da, wos passiert”:

    1. Das stürmt ein Manager in das etwas verschnarchten Bundesrat, redet den anderen in die Departemente rein, schreibt Mitberichte, führt sich auf wie ein Wirbelwind. Was macht der Blick mit dieser neuen Kraft? Er versucht, ihn während all diesen Jahren niederzuschreiben (während sehr viele Leser seine Partei wählen).

    2. Es gibt doch diese Schuldenuhr, die anzeigt, wie sie munter vor sich hin wachsen, ich denke, es ist kein unwichtiges Thema für einen Staat (und fast alle westlichen Staaten haben dieses Problem, das ein Zeichen von Dekadenz ist). Trotzdem ist es natürlich eine herrlich populistische Position, gegen Sparpakete aller Art zu sein, so eine Gegenposition kommt auch gut an, wenn man sie richtig verpackt. Dass daraus vor allem neue Steuern entstehen, verschweigt man am Besten.

    3. Nur weil die UNO sagt, es gebe den Klimawandel und er sei ganz schlimm, muss das noch nicht so sein. Ich sehe keinen sehr breiten Konsens, sondern viele zum Teil sehr unterschiedliche Meinungen. Ausserdem hat mich kaum etwas im Medienjahr 2007 so gelangweilt wie die Licht-Aus-Aktion. Mit sowas gewinnt man Leser? Tatsächlich?

    4. Raffgierige Banker waren ein Thema und sind ein Thema. Aber es kommt etwas draufan, wie man das macht. Ich habe nicht alles gelesen, aber vom Blick kamen, so mein Eindruck, nur unreflektierte Fingerzeige auf die bösen, bösen Menschen, die soviel verdienen (weil sie es können). Eine praktische Änderung im Schweizer Aktienrecht hat dann dieser angeblich populistische Bundesrat aus Punkt 1 umgesetzt.

  6. Jean-Claude

    schrieb am 3. Januar 2008 um 20:26 Uhr (#)

    @Ronnie, eine abendfüllende Diskussion… Ich freue mich, dass du darauf einsteigst. Aber jetzt muss ich auch etwas ausholen.

    Der “Blick” verliert u.a., weil er vier Gratis-Konkurrenten bekommen hat, die es zu Uebersax-Zeiten nicht gab. Uberigens hat “Bild”, wenn ich das richtig Kopf habe, weit über 100 000 an Auflage verloren – ohne unmittelbare Gratis-Konkurrenz.

    Die “Weltwoche” gewinnt etwas hinzu u.a. weil 07 zwei unmittelbare Konkurrenten mit zusammen 140 000 Auflage vom Markt verschwunden sind.

    Zu 1) Das Blocher-Phänomen ist sehr komplex. Dazu nur so viel: Es kommt selten vor, dass ein Parlament dermassen die Notbremse zieht, wie das vor drei Wochen geschah. Das macht ein frisch gewähltes Parlament doch nicht aus einer momentanen Laune heraus, vor allem nicht in einem so breiten Konsens von links bis rechts. Das war kein Spiel. Das war eine bewusste Entmachtung eines Machtpolitikers, der drauf und dran war, aus der demokratischen Kontrolle zu geraten.

    Blocher ist kein wirklicher Demokrat. Er tut nur so. Ihn interessiert “das Volk” viel weniger, als die meisten meinen. Er benützt es für seine Zwecke. Man konnte das nach seiner Abwahl verfolgen. Kurzzeitig hat er die Biedermeier-Maske abgestreift, als er Parlament und Regierung regelrecht gedroht hat. Es war bösartig und es war erschreckend. Meines Wissens hat es das in der 160jährigen Geschichte der Schweiz als Bundesstaat noch nie gegeben. Die Schweizer Medien haben das – einmal mehr – kaum thematisiert. Der “Blick” war nach meiner Beobachtung noch am klarsten.

    Journalisten müssen solche Fehlentwicklungen erkennen. Das ist keine Frage der Ideologie, sondern des Handwerks. Du bist entschuldigt: In Berlin hast du da wohl nur teilweise mitbekommen, was hier abgegangen ist.

    Zu 2) Das Spar- und Steuerpaket war sehr kompliziert. Es ist vor allem von den Kantonsregierungen abgelehnt worden. Der “Blick” hat das besser erkannt als die Wewo.

    Zu 3) Nur die Uno? Hab ich das richtig gelesen? Die zutändige Unmweltbehörde der Uno hat keine eigenständige Untersuchungen zum Klimawandel erstellt, sondern während Jahren in einem sehr breit angelegten Verfahren zehntausende (!) von internationalen Studien zum Klimawandel gesammelt, verglichen und bewertet und dann zu einem Schlussbericht zusammengeführt, an dem hunderte internationale Wissenschaftler beteiligt waren. Einen so breit abgestützten wissenschaftlichen Konsens hat es in der Geschichte überhaupt noch nie gegeben.

    Es gibt durchaus gewichtige wissenschaftliche Gegenstimmen, aber die sind quantitativ nicht vergleichbar.

    Natürlich nützen da 5 Minuten Lichterlöschen nichts. Aber es schadet auch nichts. Der Boulevard hat seine eigenen Gesetze. In der Tendenz, nicht unbedingt in einzelnen Stories, war der “Blick” intelligenter als die Wewo. Denn dass der Klimawandel existiert, ist völlig unbestritten, auch dass er schneller vor sich geht, wesentlich schneller sogar, als als nahezu alle Prognosen voraussagten, wird heute kaum noch in Frage gestellt.

    Dieses Thema ist derart gravierend – völlig egal, welchen prozentualen Anteil der Mensch am C02 -Ausstoss hat – dass man als Medium und als Journalist nicht so fahrlässig damit umgehen kann, wie das die “Weltwoche” getan hat. Man muss nicht in Panik machen – mich haben gewisse alberne Schlagzeilen auch gestört -, aber man muss eine Vorstellung davon haben, welche Dimension dieses Thema hat. Das kann man nicht mit ein paar flotten Kommentaren erledigen.

    Zu 4) Das Thema Managerlöhne ist nicht nur in der Schweiz akut, es wird international sehr heftig diskutiert (übrigens gerade in den USA). Auch das muss man als Journalist erkennen: Das sind Signale, dass hier ein gesellschaftlicher Konsens aus den Fugen gerät, und zwar nicht nur in der Schweiz und dass das Folgen haben wird.

    1)ist nur für die Schweiz von Bedeutung, allerdings von grosser; und 3) + 4) sind international von grosser Bedeutung. Davor kann man doch die Augen nicht verschliessen und das ganze für eine Verschwörng von Idioten bezeichnen (was die Wewo laufend direkt und indirekt macht).

    Dass Thema Irak hast du ganz ausgespart: Wäre die Schweiz dem gefolgt, was die “Weltwoche” über Monate und Jahre zu diesem Thema geschrieben, ja gefordert hat, sässen wir jetzt mittendrin in diesem Irak-Schlamassel. Mit analytischer Schärfe und Weitsicht hatte das nun gar nichts mehr zu tun. Das ist grobe Fahrlässigkeit.

    Wenn das keine Loser-Positionen sind!

    Mir scheint, dass eine Menge Journalisten – ich meine nicht dich – nicht begriffen haben,dass die Aera der Spassgesellschaft vorüber ist. Es gab wirklich eine Phase, wo es nicht sehr drauf ankam, was Journalisten geschrieben oder nicht geschrieben haben.

    Das ist heute nicht mehr so. Bei bestimmten Themen kommt es wirklich drauf, was man als Journalist draus macht. Es hat Folgen. Nicht nur für die Auflage.

    Im übrige wüsste ich immer noch gern, wer die “Weltwoche” tatsächlich finanziert.

  7. Jean-Claude

    schrieb am 3. Januar 2008 um 20:45 Uhr (#)

    Sorry, ich hab aus versehen die Sende-Taste erwischt, weswegen die erste Antwort nur als Fragment ankam. Kann man löschen.

  8. Peter Hogenkamp

    schrieb am 4. Januar 2008 um 18:28 Uhr (#)

    Habe das Fragment gelöscht, als medienlese-Gastlöscher quasi.

    Gutes 2008 noch, lieber Jean-Claude, und ich würde mich definitiv freuen, in diesem Jahr mal einen Deiner langen Kommentare als Beitrag zu lesen. :-)

  9. Jean-Claude

    schrieb am 5. Januar 2008 um 14:27 Uhr (#)

    @)Peter Hogenkamp: Der Hinweis auf die Länge ist angekommen. Das andere auch. Ich gelobe Besserung im Neuen Jahr.

    Um den Faden nochmal “kurz” aufzunehmen:

    Ich bin gespannt, wie die “Weltwoche” aus ihrer Brüderschaft mit dem Gröbaz a.D wieder heraus kommt(Gröbaz a.D. = Grössterbundesratallerzeitenausserdienst; es ist die Selbseinschätzung des gescheiterten Volkstribuns Dr.Christoph Blocher; die Abkürzung verwende ich natürlich nur aus zeitökonomischen Gründen).

    Ich schätze, die “Weltwoche” macht ihn bald zum Hausautor. Für ihn wäre das in jeder Beziehung ein Heimspiel. Obwohl natürlich ein Gröbaz ausser Diensten für den Leser erheblich an Reiz verliert gegenüber dem früheren Gröbaz i.a. (=in action).

    Als Haus- und Hofautor könnte sich Doktor Christoph Blocher dann noch intensiver mit dem “Weltwoche”-Kolumnisten und Abgeordneten Doktor Christoph Mörgeli austauschen.

    Doktor Christoph Mörgeli ist nach eigener Einschätzung Doktor Christoph Blochers Spin doctor (= Strippenzieher).

    Schweizer Journalisten kürten ihn 2007 ungeachtet dessen im Fachorgan “Schweizer Journalist” zu einem der profiliertesten Kolumnisten der Schweiz. – Hä? – Ehrlich! Dass ein Kolumnist nicht nur eine scharfe Feder führen muss (das kann er), sondern dass er vor allem ein unabhängiger Geist sein muss (ist er nun wirklich nicht), zählt Schweizer Journalisten offenbar nicht als relevantes Kriterium.

    ps. Falls deutsche Leser dieses Blogs sich wundern, worüber Schweizer sich hier austauschen: es lohnt, das Innenleben Ihres nördlichen Nachbarn mal mit der Röntgenbrille zu betrachten. Es gibt hier nooh Dinge, von denen man fälschlicherweise glaubt: Das gibts doch nicht!…

  10. Peter Sennhauser

    schrieb am 5. Januar 2008 um 15:00 Uhr (#)

    …müsste der Gröbiaz “im Dienst” nicht Gröbian (grösster Bundesrat in action) heissen…?

  11. Jean-Claude

    schrieb am 6. Januar 2008 um 08:30 Uhr (#)

    @ Peter Sennhauser, Gröbian klingt den Verhältnissen sehr angemessen, aber wir wollen es dann doch nicht an gebotenem Respekt fehlen lassen. Korrekt müsste es nämlich heissen “Gröbazian” , für: “GrössterbundesratALLERZEITENinaction”. Aus Gründen der Zeitökonomie ist die kürzere Form “Gröbian” jedoch zulässig. Aber: Er ist ja bedauerlicherweise nicht mehr in action, zumindest nicht als Gröbaz.


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  1. blogwerk.com » Blog Archiv » Mini-Jahresrückblick 2007 Traffic verzehnfacht
    (11. Januar 2008 15:58)

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