6 vor 9

Florian Steglich, 21. Dezember 2007 08:54 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Klageflut gegen Schäubles Schnüffel-Gesetz
(Süddeutsche Zeitung, Heribert Prantl)
“Es ist ein Sturm der Entrüstung: 70.000 Deutsche unterstützen eine Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung.” - und man kann sich noch anschließen: Bis zum 24.12. beim AK Vorratsdatenspeicherung.

Die Worte der Verwirrten
(FAZ, Stefan Niggemeier)
“Nun ist nicht auszuschließen, dass Menschen, die dumm genug sind, für teures Geld an dieser Art Sendungen teilzunehmen, auch dumm genug sind, solche Antworten zu geben. Bemerkenswert aber ist, dass diese Menschen in außerordentlich überdurchschnittlicher Zahl ?Money Express? zu gucken scheinen und nicht die Programme der Konkurrenz.”

Warum wir Weihnachten Wiederholungen wollen
(welt.de)
“Sissi, der kleine Lord, die Hoppenstedts, Familie Heinz Becker – manche Sendungen gehören zu Weihnachten wie die Tanne und die Gans. Auch wenn wir längst wissen, wie es ausgeht, schalten wir jedes Jahr ein. Elf Autoren erklären, warum sie ihre Lieblingssendungen immer wieder gucken.”

Recherchieren und erzählen
(NZZ, Thomas Schuler)
” Als Tom Wolfe noch Reporter war, behauptete er, faktische Erzählungen lösten den Roman als vordringliche Literaturform ab. Sein «New Journalism» stand jedoch unter dem Generalverdacht, Fiktion und Fakten zu vermischen. Heute findet das Genre zurück zu seinen Wurzeln und erlebt als «erzählerischer Journalismus» ein Revival.”

Der Raub der Augsburger Puppenkiste
(faz.net, Alex Westhoff)
“Die Helden der Eltern aus der Augsburger Puppenkiste sind auch die Helden ihrer Kinder geworden. Viele der so liebevoll wie klar inszenierten Geschichten zwischen den Kistendeckeln sind zeitlos schön. Seit langer Zeit aber schon gibt es keine neuen Moritaten mit den Marionetten im Fernsehen mehr. Die Frage ist: Warum?”.

Vorratsdatenspeicherung interessiert Journalisten nur mäßig
(newsroom.de)
“Die 80 Teilnehmer einer Veranstaltung in Mannheim zeigten sich erstaunt, daß der Saal mit 300 Sitzplätzen nicht voll belegt sei. Insbesondere wurde kritisiert, daß sich die Journalisten sprichwörtlich an einer Hand abzählen ließen.”

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Jean-Claude

    schrieb am 21. Dezember 2007 um 11:24 Uhr (#)

    @ Zu “Recherchieren und erzählen”

    Tja die alte Tante NZZ zeigt hin und wieder - wirklich nicht immer! - was tatsächlich in ihr steckt. Ein animierender Text. Wo bleibt bei uns die Neuauflage des New Journalism?

    Dessen Erfinder Gay Talese mochte diesen Begriff nicht, weil dieser von Schwadroneuren missbraucht wurde, die glaubten, einfach “erfinden” sei schon Journalismus.

    Aber die Urform des New Journalism wartet auf eine Neubelebung. Warum überlassen wir das wieder den Amis - und kommen dann erst in ein paar Jahren auch drauf? Story telling. Weiss überhaupt noch jemand in der Branche, was das ist?

    Die Hoffnung dass Schweizer Chefredaktoren und Verleger von Wochenzeitungen und Magazinen diesen Text in der NZZ gelesen haben, ist gering - für so sehr mit Kleinkram beschäftigte Menschen ist er einfach zu lang.

    Solche Dinge darf man nicht Chefredaktoren überlassen. Die sitzen häufiger in Marketing- als in Redaktionssitzungen. Man muss es einfach selber an die Hand nehmen.

    Dazu braucht es ein paar subversive Ressortleiter und Redaktoren, die erkennen, was da drin liegt, die entsprechende Themen jenseits des ausgeleierten News- und Pseudoaktualitäts-Gehampels entwickeln, die sorgfältig nach Autoren suchen (es gibt sie, auch Junge, obwohl die schon noch hungriger sein dürften). Man muss sie natürlich dann auch dem Aufwand gemäss honorieren.

    Damit kann man sich von dem ausgeleierten Mainstream abheben. Man muss nicht gleich mit Meienbergschen Ansprüchen anfangen (für alle Nachgeborenen: Es gab mal einen verrückten Journalisten namens Niklaus Meienberg, der so gearbeitet hat).

    Ausgehungerte Leser lechzen nach solchen Stoffen, wo nicht nur Thema und Recherche überzeugen, sondern auch die Schreibe. Letzteres scheint kaum noch gepflegt zu werden. Warum merkt das in den Verlagen und Redaktionen keiner! (Das klingt jetzt altmodisch -aber es ist zornig gemeint!!)

    Sitzen denn in Redaktionen nur noch langweilige Buchhalter in Gesundheitssandalen, die am Morgen den Compi einschalten und am Abend wieder ausschalten und das dazwischen Journalismus nennen?

  2. Horst

    schrieb am 21. Dezember 2007 um 14:13 Uhr (#)

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