6 vor 9

Ole Reißmann, 18. Dezember 2007 08:54 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Ab Frühjahr: Spiegel-Archiv wird kostenfrei
(DWDL.de, Uwe Mangel)
“Bezahlinhalte sind weiter auf dem absteigenden Ast - auch beim Spiegel. Dort wird das gesamte Archiv kostenfrei - und Bertelsmann-Lexika-Inhalte gibt’s noch dazu.”

NYTimes Surges, CNet Slumps
(TechCrunch, Erick Schonfeld)
“Ever since the NYTimes.com swept away the last remaining boulders of its subscription pay wall (aka Times Select) in mid-September, its traffic has been going through the roof.”

Eitrige Hitleritis
(taz, Helen Pidd)
“Vor kurzem hat gawker.com ein neuartiges Honorarsystem eingeführt. Die Funktionsweise: Je mehr Hits die Postings eines Redakteurs bekommen, desto besser wird er bezahlt. Die Zahl der online gestellten Texte spielt dabei keine Rolle mehr - genauso wenig wie deren Qualität.”

Medien verhalfen SVP zum Sieg
(Blick, num)
“Den Sieg bei den eidgenössischen Wahlen hat die SVP auch den Schweizer Medien zu verdanken. Diese schrieben nämlich die Partei zum Sieg.”

Wer sieht noch die Tagesthemen?
(FAZ, Michael Hanfeld)
Und jetzt alle: “Die Zeiten, in denen man die Tagesthemen gesehen haben muss, sind lange vorbei.” Oder auch: “Und denken wir nur an die quälend-allabendlichen Kommentare!”

Die Intimität des Lesens
(Miriam Meckel)
“Plötzlich sagte der Nachbar zu mir: ‘Wollen Sie mit mir lesen?’ Ich starrte ihn entgeistert an. ‘Wollen wir nicht zusammen eine Zeitung lesen?’, präzisierte er. ‘Es ist doch etwas eng hier.’ Ich war perplex. Ich war das noch nie gefragt worden. Wenn er gefragt hätte: ‘Wollen Sie mit mir schlafen?’, hätte ich das zwar unverschämt gefunden, aber immerhin doch irgendwie noch im Bereich des Möglichen. Aber zusammen LESEN?” (Tipp von David Bauer, 78s)

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. Jean-Claude

    schrieb am 18. Dezember 2007 um 10:21 Uhr (#)

    @ zu Miriam Meckel: “Die Intimität des Lesens”

    Ein vermeintlich abseitiger Text - der im Nu 39 lesbare Reaktionen provoziert?

    Nehmen zum Beispiel Chefredaktoren von “Sonntags-Zeitungen” solche Phänomene zur Kenntnis? Etwa die Lust, ja der ungestillte Hunger des Lesers auf gut geschriebene, witzige, pointierte, lockere Texte, die auch noch einen ernstzunehmenden Inhalt haben, über den sich, wie in diesem Fall, 39 Leser spontan äussern.

    Haben Chefredaktoren überhaupt noch eine Vorstellung, was Leser interessiert? Aufgebauschtes News-Gehampel ohne jeden Hintergrund und Zusammenhang, kurzatmiges Aktualitätsgetue, dümmlicher Pseude-Promi-Mist, miserabel geschriebene Texte ohne jede Dramaturgie, ohne jeden Witz und Esprit. Ich bezieh das jetzt mal auf den Schweizer Print, den ich gut kenne und der mich immer mehr langweilt.

    Ich werde mit immer mehr angeblichem News zugeschüttet, erfahre aber tatsächlich immer weniger, was wirklich geschieht. Ich habe dauernd das Gefühl, belogen zu werden. Jedenfalls erfahre ich immer nur einen kleinen Teil der Wahrheit, insbeosndere über wirtschaftliche und politische Vorgänge.

    Jetzt ist, zu allem Hohn, dieser Meckel-Text, ohne jede zweingende Aktualität und ohne grossen News-Wert, auch noch ein Text aus dem Internet!

    Als Printjournalist würde ich schleunigts und radikal über die Bücher gehen und nachschauen, was da abgeht. Sonst sind Leser - und Käufer -noch schneller weg als die gucken können.


1 Trackback

  1. medienlese.com » Blog Archiv » medienlese - der Wochenrückblick
    (23. Dezember 2007 13:01)

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