Menschen sind Gewohnheitstiere. Einige von ihnen beschweren sich sogar über eine Laufschrift, in der steht, dass ihr TV-Gerät bald nicht mehr funktionieren wird.
So berichtet es Peter Traxler in der gestrigen NZZ am Sonntag. Heute, am 26.11.2007, soll Tausenden das Fernseh-Blackout drohen, weil sie es verpasst haben, trotz einer seit Monaten laufenden, breit angelegten Aufklärungskampagne von der analogen Antenne auf die digitale Antenne zu wechseln. Die Änderung war frühzeitig angekündigt und “seit Anfang Oktober läuft seit Anfang Oktober ununterbrochen eine Schrift über den Bildschirm, die auf die Deadline am 26. November hinweist”.
Doch:
Statt umzusteigen hätten sich viele Zuschauer über die Laufschrift beschwert.
Lieb, links und auf der Liste (faz.net, Harald Staun)
Bei der Suche nach einem Nachfolger von Stefan Aust zeigen die Verantwortlichen vom ?Spiegel? keine souveräne Haltung. Selbst ?Spiegel?-Mitarbeiter sind irritiert, wie sich die Gesellschafter bei der Suche nach einem neuen Chef anstellen.
Auf dem Weg zu einem panasiatischen Bewusstsein? (nzz.ch, Hoo Nam Seelmann)
Dass in Ostasien die Zivilgesellschaft wächst, zeigt sich an der Ausbreitung einer länderübergreifenden Popkultur. Mit grosser Selbstverständlichkeit werden in Japan, Südkorea, China und Taiwan Filme, Fernsehserien, Comics, Popmusik, Mode, Zeitschriften und Bücher selbst aus Nachbarländern konsumiert, mit denen man historisch verfeindet ist. Etwas Neues ist hier am Entstehen, das womöglich auch politisch Folgen haben wird.
Uran sucht Geigerzähler (zeit.de, Jens Jessen)
Harald Schmidt und sein “Nazometer”: Die Medien betreiben den Tabubruch und leben von der Empörung darüber.
Mercurius (vanityfair.de, Rainald Goetz)
Zu viel geheimes Wissen zirkuliert im Journalismus.
So schrecken wir die Afrikaner ab (blick.ch, Marcel Odermatt und Christof Moser)
Aufgedeckt: Mit einem TV-Spot macht der Bund Negativreklame für die Schweiz – um Afrikaner von der Einwanderung abzuhalten.
Ostalgie-Messe (spiegel.de, Yasemin Yüksel, Video, 2:59 Minuten)
Wie die DDR im Kapitalismus ankommt.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien. Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Seit dem überregionalen Start der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« Ende 2001 hat der Sonntagszeitungs-Markt an Qualität und Dynamik gewonnen. Weil es für ihn bisher noch keinen regelmäßigen Übersichtsdienst gibt, gehen medienlese.com (Ronnie Grob, Florian Steglich) und Der Umblätterer (Frank Fischer, Marc Reichwein) in einer einmaligen konzertierten Aktion mit gutem Beispiel voran. Das Ganze geschieht im Stil des Perlentauchers, den wir von hier aus herzlich grüßen. Wahrscheinlich muss nur noch die lange geplante »Süddeutsche am Sonntag« an den Start gehen, bevor der Perlentaucher auch am Sonntag nicht mehr um eine Feuilleton-Rundschau herumkommt. Wir freuen uns darauf. » weiterlesen
Pfeifenbläser, Telefonabspielgeräte, Kolumnenbeamte, kleine böse Brüder.
Wallpaper-Erfinder und Monocle-Herausgeber Tyler Brûlé kritisierte das Blabla, dass Printmedien verschwinden würden, das zeuge von Faulheit und Kurzsichtigkeit. Der Schaden wurde vor langer Zeit angerichtet und man könne nicht das Internet dafür verantwortlich machen: “Viele Fehlentwicklungen hat es gegeben, weil die falschen Leute an der Spitze von Medienunternehmen sitzen. Vor etwa 15 Jahren haben nämlich Geschäftsleute die Redaktionen übernommen. Ich sage: Wenn man ein guter Journalist ist, kann man auch ein guter Geschäftsmann sein, denn gute journalistische Arbeit macht das Medium attraktiv für Werbekunden.”
Schon 11 Leute haben eine Petition gegen die Heute-Kolumne “Zora Off” unterschrieben. Sie wendet sich gegen ihre wiederholte unbedachte Wortwahl. Es sei “nicht sonderlich klug, wenn sich eine Kolumnistin als Kifferin outet und öfters von anderen Drogen wie bspw. Heroin spricht. Jungen Lesern könnte damit der Eindruck erweckt werden, dass Kiffen oder das Konsumieren von Drogen etwas Tolles sei.”
Statt Google News zu bekämpfen, würden die Verleger besser auf Journalismus setzen.
Dieser Artikel erscheint heute in der Schweizer SonntagsZeitung.
Gegründet wurde die Firma in einer Garage in Menlo Park bei San Francisco. Vor nicht einmal zehn Jahren. Heute ist die Suchmaschine Google die stärkste Marke der Welt. Sie konkurrenziert fast alle Branchen, die etwas mit Medien oder Kommunikation zu tun haben. Geld verdient der Suchmaschinengigant zurzeit hauptsächlich als Vermittler von Werbung. 2006 kletterte der Umsatz auf über 10 Milliarden Dollar.
Seit geraumer Zeit sehen sich die Zeitungsverlage dem Dienst Google News gegenüber. Und fragen sich besorgt, wann die Suchmaschine sich auch mit Nachrichten eine goldene Nase verdienen wird. Google News ist ein kostenloses und werbefreies Angebot, das Online-Zeitungen durchsucht und aus den dort angebotenen Artikeln die Schlagzeile übernimmt, manchmal auch noch die ersten paar Zeilen. Die Suchresultate werden auf news.google.ch versammelt und mit einem Link auf den Artikel versehen. Auf die Portale grosser Zeitungen soll so ein Drittel aller Besucher kommen. Was die einen freut, die anderen nicht.
Auf das Wochenende hin noch etwas Nostalgie, leider nur für Leute, die schweizerdeutsch verstehen.
1984, Schweizer Fernsehen, die Sendung heisst Karussell, Moderator ist der schnauzbärtige Kurt Aeschbacher (heute mit Blog), die Eingeladenen sind zwei junge Medienmacher, Eric Baumann und Dominik Baumann.
Über ein Jahr ist Österreich nun auf dem Markt. Die neue Tageszeitung von Marketinggenie Wolfgang Fellner hat den Markt kräftig aufgerüttelt und sieht sich auf Platz zwei hinter dem Platzhirschen Kronen Zeitung. Eine genauere Betrachtung der Zahlen liefert allerdings kein so eindeutiges Bild. Klar ist hingegen, dass Österreich nur wenig mit seriösem Journalismus zu tun hat.
Als der 14-jährige Wolfgang Fellner 1968 die Erstausgabe des Rennbahn Express verteilte, seine erste Zeitung mit einer kolportierten Auflage von zehn Stück, waren die Inhalte noch unambitioniert: Lokales Geschehen, Fußball, ein Kreuzworträtsel und das Inserat eines lokalen Friseurs sollen die sechs Seiten des Blattes ausgefüllt haben, das – wie einfallsreich – nach der Salzburger Rennbahnsiedlung benannt war, wo Fellner wohnte. Fast 40 Jahre und zahlreiche höchst erfolgreiche Neugründungen (News, TV-Media, Format) später, machte sich Fellner an die Erfüllung eines Lebenstraums: Die Gründung einer Tageszeitung.
Diese erschien am 1. September 2006 unter dem wieder sehr kreativen Namen Österreich und sollte alles bieten, was nach Meinung des Herausgebers und Chefredakteurs auf dem stark konzentrierten Tageszeitungsmarkt (17 Tageszeitungen) bisher gefehlt hatte. Also hämmerte Fellner kräftig auf die Werbetrommeln ein und überschüttete das Land mit einer Werbekampagne, die ebenso dramatisch und marktschreierisch daherkam wie die neue Zeitung.
Zu einem Diskontpreis von nur 50 Cent sollte man nicht nur eine Zeitung bekommen, sondern gleich fünf in einer. Und das ging so:
“Raus aus der Kuschelecke”
(tagesspiegel.de, Mercedes Bunz und Christian Meier)
Tyler Brûlé will die Leser von “Monocle” mit vergessenen Themen konfrontieren.
Sechshundert Dollar Kriegskasse (faz.net, Lutz Mükke)
Jahrelang brillierte das Erste mit Reportagen aus Somalia. Großen Anteil daran hatte der Einheimische Ahmed Jimale. Er nahm die Bilder des ermordeten amerikanischen Soldaten in Mogadischu auf, die um die Welt gingen. Von der ARD gekündigt, lebt Jimale heute als Flüchtling in Schweden.
“Google ist nicht gut genug” (faz.net, Roland Lindner)
Jimmy Wales hat das Online-Lexikon Wikipedia gegründet und damit eine sagenhafte Erfolgsgeschichte im Internet geschrieben. Jetzt steigt er ins Suchmaschinen-Geschäft ein und attackiert Google. Anders als bei Wikipedia will er damit richtig Geld verdienen.
E-zines: journalistische Avantgarde im Web (punkt.ch, wil)
Online-Medien werden immer beliebter, zunehmend bei den Jungen und auch auf Kosten des Print. E-zines könnten damit in der Zukunft an Bedeutung gewinnen. Die Online-Magazine verbinden Print-Ästhetik mit der Multimedialität und Interaktivität des Web.
Nahaufnahme: Computerspiel-Junkie (rbb-online.de, Video, 6:15 Minuten)
Florian hat keine Ausbildung, keinen Job und keine Freunde. Dafür hat er keine Zeit. Denn er spielt rund um die Uhr ?World of Warcraft“, ein Online-Rollenspiel.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien. Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Die um 30 Minuten erweiterte Fassung des Dokumentarfilms “Das Schweigen der Quandts” läuft am Donnerstag um 21 Uhr im NDR. Unterdessen hat die Familie Quandt auf den Vorwurf, ihr Besitz gründe auf Kollaboration mit den Nazis, reagiert und einen Historiker mit der Aufarbeitung der Firmengeschichte beauftragt.
Heimlich, ohne Ankündigung lief Ende September der Dokumentarfilm erst auf dem Hamburger Filmfest und im Fernseh-Spätprogramm. Das Medienecho auf den Film von Eric Friedler und Barbara Siebert war beeindruckend: Fragen zur Rolle der Familie Quandt im Dritten Reich wurden aufgeworfen - und die Filmemacher und der NDR für eine mutige, aufwendige Recherche gelobt. Endlich zeige die ARD mal wieder “Spitzenfernsehen”, schreibt zum Beispiel Bernd Gäbler auf stern.de.
Unterdessen hat die Familie Quandt reagiert und lässt den Historiker Joachim Scholtyseck in den Archiven wühlen. Der Dokumentarfilm hat damit geschafft, was einzelne Autoren und Wissenschaftler vorher nicht erreichen konnten: Er hat geholfen, das Schweigen der Quandts zu brechen.
“Ich mag überhaupt kein Schlampen-TV” (Lesetipp) (welt.de, Antje Hildebrandt)
Margarete Schreinemakers kehrt zurück. Vier Jahre nach ihrem letzten Comeback-Versuch in der ARD sendet sie im Frühjahr 2008 Internetfernsehen aus dem eigenen Kellerstudio. Im Interview mit WELT ONLINE spricht sie über ihr Leben als Workaholic und ihre neuen Pläne.
Die verschwiegene Investitionslücke (werbewoche.ch, Karl Lüönd)
Nach den mageren Jahren ist wieder Zeit zum Investieren. Die Verleger tun es einmal mehr am falschen Ort.
Klimakiller Qualitätsjournalismus (oe1.orf.at, Lukas Wieselberg)
Nach gängiger Meinung findet Qualitätsjournalismus im deutschen Sprachraum nur in Zeitungen statt.
Wir holen den großen Bruder! (jungle-world.com, Ron Steinke und Tobias Singelnstein)
Eine grundsätzliche politische Kritik an der Vorratsdatenspeicherung findet kaum statt. Ihre Gegnerinnen und Gegner begnügen sich damit, auf einen Einspruch des Bundesverfassungsgerichts zu hoffen.
Chaotisch - Die Turbulenzen beim Spiegel (ndr.de, Video, 16:05 Minuten)
Der Spiegel hat schon immer für aufregende Schlagzeilen gesorgt - vor allem in eigener Sache. Das Montagsmagazin von Übervater Rudolf Augstein funktioniert auf eine einzigartige Weise: Denn über die Hälfte der Anteile gehören der Redaktion selbst. Diese Mitarbeiter KG hat nun für ein mediales Erdbeben gesorgt - in dem sie überraschend Chefredakteur Stefan Aust entmachtet hat. Sein Vertrag wird - anders als erwartet - nicht verlängert. Im und außerhalb des Spiegels reibt man sich nun die Augen: Warum der Putsch? Warum die Geheimhaltung? Und wer bloß könnte das Blatt in die Zukunft führen? Zapp über die Chaostage beim Spiegel.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien. Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Die Presseschau heute mit zwei langen Texten zur Filmkritik mit Weblogs, einem Peter Turi, der auspackt und einer unsinnigen Sperrfrist für eine PR-Meldung. » weiterlesen
CDU und CSU sprechen sich für die Nationale Initiative Printmedien aus – mit einem Sprachwust aus Blähsätzen und Politiker-Phrasen, der hier gebührend gewürdigt werden soll. » weiterlesen
Bild-Blattkritik mit Broder, die Zukunft des Journalismus als brotlose Kunst, erbarmungslose, verächtliche Urteile und Hugo Bütler mit dem noch fast unbenutzten Wort "Freischützentum". Die Presseschau. » weiterlesen