Journalisten sind Anwälte der Aufklärung, Retter der Entrechteten, Vermittler des Komplexen, Sprachrohre derer, die sonst gar keine Stimme hätten. - - - Ja, Pustekuchen!
Journalisten sind zumeist anonyme Schreiberlinge, die ohne Namensangabe in einem bürokratischen Kauderwelsch, das sie ‘objektivitäts- und faktenorientierte Schreibweise’ nennen, interessegeleitete Thesen zu Papier bringen, wofür sie sich alljährlich auf zahllosen Medienevents wechselseitig lobhudeln dürfen.
Interessant ist, was in der Schweiz zu beobachten sein soll / wird: Die Blogokratie, also die Herrschaft der Blogs. Man müsse erwarten, dass eine Schweizer “Volkskraft” vermehrt online ginge. Weil sie den angeblich hart und online geführten Wahlkampagnen eine Antwort geben wolle.
Dafür müssten Blogs allerdings erstmal von den Medien vermehrt als Quellen wahrgenommen werden. Und nicht nur dann, wenn es den eigenen Zwecken dient. Wie Sarah Genner in ihrer Lizenziatsarbeit “Politik 2.0 – sind Blogs Motoren oder Bedrohung für die Demokratie?” (pdf, 4000 kb) zeigt, sind bisher Faktoren wie Prominenz, Bildungsstand und Geschlecht entscheidend, wer den Kampf um die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit gewinnt.
Der Millionenraub (brandeins.de, Oliver Gehrs)
Die Verlage werden panisch, weil ihre schönen Werbegelder ins Internet fließen. Also: nichts wie hinterher!
Ist Podcasting noch zu retten? (praegnanz.de, Gerrit van Aaken)
Vor über drei Jahren als hoffnungsvolles neues Online-Medium gestartet, fristet Podcasting heute ein Schattendasein zwischen Zweitverwertung und Stagnation. Wie konnte das passieren? Ein paar Gedanken über den drohenden Untergang des zeitversetzten Webradios.
?BILD?-ZEITUNG: Ein Köder für den Boulevard (merkur.de, Antje Hildebrandt)
Sie steht nicht im Verdacht, das Privatleben von Prominenten zu respektieren. Umso erstaunlicher, dass mit Maybrit Illner und Anne Will jüngst gleich zwei bekannte TV-Moderatorinnen ihre Liaisons über das Blatt lancierten.
Putschversuch wird zum Medienereignis (tagesanzeiger.ch, Oliver Meiler)
Auf den Philippinen haben abtrünnige Militärs den Aufstand geprobt – in einem Luxushotel, mit Live-Übertragung. Szenen einer dramatischen Routine.
(+.+) (-.-)(__) (zeit.de, Harald Martenstein)
Emoticons sind die ältesten Kulturdenkmäler des Internets, findet unser Kolumnist. Nur ihre Übersetzung ist manchmal verwirrend.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien. Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.
Wer jetzt meint, viel eher sei doch jetzt, Ende November 2007, das Jahr 2008 vorherzusagen, täuscht sich. Es geht um das Jahr 2007. Zu gewinnen waren, wenn man bis zum 31.12.2006 am Quiz teilnahm, diese Preise.
Falls jemand Cash Daily nicht kennt: Die noch junge Gratiszeitung / Multimediaplattform ist das Online-Flaggschiff des Ringier-Verlags. Im September 2006 sagte Verleger Michael Ringier anlässlich der Auftaktparty, Cash Daily sei “ein Stück Zukunft“. Hm.
Die Werbewoche hat heute einen guten Tag mit mehreren lesenswerten Beiträgen: Christoph Keese äussert sich zur Zensurdebatte vom Mai, Markus Knöpfli zählt Gratisleser auf der Strasse und Oliver Fahrni erklärt die Medienökologie. Da verweisen wir doch gerne mal gesondert drauf.
Ja, ich habe ihn vom Netz genommen, weil ich ihn für unveröffentlichbar hielt. Das aber ist keine Zensur, sondern Redigatur – ein normaler redaktioneller Vorgang. Wesensmerkmal des Bloggens ist, dass der Blogger niemanden fragt, bevor er sendet. Wir hatten – es gibt mittlerweilen ein Fachwort dafür – Brand-Blogs auf der Seite, also Blogs, die unter der Dachmarke Welt.de laufen. Solche Brandblogs müssen aber zur Marke passen. Den fraglichen Text hätte ich in der Zeitung nicht gedruckt – nicht, weil er Diekmann kritisierte, sondern weil er sprachlich und argumentativ nicht unserem Niveau entsprach. Deswegen konnte der Text auch nicht online erscheinen. Übrigens haben wir eine lebhafte, durchaus kritische Debatte über Diekmanns Buch in Zeitung und Internet geführt, aber eben in der Art und Weise, wie eine Qualitätszeitung das tun sollte.
Der Aufschrei damals war gross, aber dass Alan Posener Ende Oktober indreiTeilen einen neuen Versuch gewagt hat (oder dazu verknurrt wurde), Kai Diekmanns Werk auseinanderzunehmen, hat kaum jemand gemerkt (wahrscheinlich, weil niemand Welt Online liest - die können sogar ihr Design überarbeiten, ohne dass es jemand beachten würde…).
Killerspiele im TV: Ein 21-Jähriger zeigt ARD und ZDF, wie man sachlich berichtet (jetzt.sueddeutsche.de, Dirk von Gehlen)
Auf YouTube sorgt gerade ein zehnminütiger Angriff auf ARD und ZDF für Aufsehen: Killerspiele in ARD, ZDF und WDR heißt der Clip, in dem der 21-jährige Matthias Dittmayer den Sendern mit einfachen Mitteln beweist, wie irreführend und verfälschend sie zum Teil über das Thema Computerspiele berichten. Der Bremer Student der Rechtswissenschaften unterzieht dabei die Sendungen Panorama, Hart aber Fair, Kontraste und Frontal 21 einer journalistischen Prüfung, stellt Fakten richtig und bewertet Behauptungen, die getroffen werden.
Verleger planen neues “Meta-Portal” für Regionalzeitungen (persoenlich.com, David Vonplon)
Nicht nur in Deutschland, auch in der Schweiz macht man sich Gedanken über die “Zukunft der Regionalzeitungen im Internet”. Nachdem Tamedia und BZM die Lancierung eines Online-Netzwerks angekündigt haben, geht ein Verbund weiterer Verlagshäuser — unter den Initianten sind die NZZ Gruppe und die MZ — in die Offensive. Der Verbund will die Inhalte verschiedener Regionalzeitungen auf einem titelübergreifenden Portal bündeln. Ob das Projekt realisiert wird, entscheidet sich Mitte Dezember.
Krass ist online, zart ist Print (woz.ch, Ulrich Stock)
Das Schreiben über Musik im Internet bietet für AutorInnen, LeserInnen und Verlage neue Perspektiven und Hörvergnügen, mindestens wenn das Problem mit dem Geld gelöst ist.
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Eben habe ich mir den endlos langen Vortrag von Mitteboy und Dummy-Macher Oliver Gehrs am Medienforum Mittweida (5.-7.11.07) angeschaut, der zwar schon drei Wochen im Netz steht, aber das was er sagt, ist aktuell genug, um es auch jetzt noch anzuschauen.
Nach einer Stunde und elf Minuten im Video fordert Gehrs, der offenbar die Grünen wählt, auch für Deutschland ein Wochenblatt, das tatsächlich auch selbst aktuelle Themen aufgreift und sich nicht nur an dem orientiert, was die anderen schreiben und alles auf den Mainstream runterbricht:
Ich würde zum Beispiel gerne so ein Blatt in Deutschland haben wie die Weltwoche. In der Schweiz, natürlich nicht nach diesem politischen Rechtsruck in der Schweiz, die ist ja von diesem Roger Köppel, auch ein Wahnsinniger, übernommen worden, der Welt-Chefredakteur war und der die jetzt da so auf Blocher-Kurs trimmt. Aber was ich meine, ist, wenn ihr die Weltwoche kennt oder euch mal kauft - das ist ein Blatt, ein Wochenblatt, das ist nicht so mega-dick, muss es auch gar nicht sein. Das wählt seine Geschichten aus, das macht nicht das volle Programm, sondern die machen auch Sachen so, die woanders irgendwie nicht stehen. Man muss ja nicht wie die, zum Beispiel, Nahtoderfahrungen auf den Titel, aber auch, warum nicht? Guckt sie euch mal an, ich find, so ein Blatt, das dann auch noch sehr deutlich ist in seiner Formsprache, sehr “jetzig”, wie manche sagen, sehr jetzig.
Das würde auch Deutschland gut zu Gesicht stehen und ich glaube auch, dass das hier Erfolg hätte. Und ich glaube, dass es aus unserer Ecke kommen muss. » weiterlesen
Bunz: Nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen (dwdl.de, Jochen Voß)
Sie zieht Bilanz und blickt nach vorn: tagesspiegel.de-Chefredakteurin Mercedes Bunz blickt im DWDL.de zurück auf das erste halbe Jahr des neuen tagesspiegel.de, spricht über die Zusammenarbeit mit der Print-Redaktion und erklärt ihre Vision für den Online-Journalismus nach Web 2.0.
«Die Haltung beim Blick wird offener werden» (werbewoche.ch, Carole Scheidegger)
Die Blick-Gruppe streicht Stellen, will aber gleichzeitig mehr investieren. Blick-Chefredaktor Bernhard Weissberg gibt Auskunft über Sparmassnahmen, inhaltliche Verlagerungen und die unvoreingenommene politische Haltung, die der neue Blick pflegen will.
Tip & Zitty sourcen ihre Kernkompetenz aus (taz.de/blogs/reptilienfonds, Heiko Werning) Die Berliner Stadtmagazine Tip und Zitty lassen sich ab 2008 ihre Veranstaltungstipps von der Cine Marketing GmbH organisieren. Die verlangt dann von den Berlinern Veranstaltern 30 Euro im Jahr - damit die Veranstaltung überhaupt im Blatt steht.
Fernsehen statt Fantasie (dradio.de, Henning Hübert)
Die Erlebniswelt vieler Jugendlicher wird durch die Medien bestimmt.
Oliver Gehrs - Das DUMMY-Konzept (Tipp) (sevenload.de, Video, 88:25 Minuten)
Dummy-Chefredakteur Oliver Gehrs spricht fast eineinhalb Stunden am Medienforum Mittweida, unter anderem darüber, dass man den Stern im Stadtbild nie sieht, den Spiegel aber dauernd.
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Sesamstraße? Nur für Erwachsene! (sueddeutsche.de, Martin Zips)
Auf einer DVD mit alten Folgen der Sesamstraße findet sich die Warnung: “Entspricht nicht den Bedürfnissen von Vorschülern”. Was bedeutet das nur?
NZZ Online: Leser droht mit Kommentar? (bernetblog.ch, Marcel Bernet)
Am Internet-Briefing vom letzten Donnerstag hat unter anderem die Neue Zürcher Zeitung über ihren Umgang mit Online-Kommentaren berichtet. Nachrichtenchef Urs Holderegger vermittelte sehr transparent Absichten und Erfahrungen. NZZ Online pflegt einen selektiven Umgang mit Kommentaren, ganz entgegen üblichen Online-Gepflogenheiten.
Öffnet die Archive! (bundblog.espace.ch, Nick Lüthi)
“Können es sich Verlage und Redaktionen eigentlich leisten, darauf zu verzichten, Teil des offen zugänglichen Internet zu sein? In der Schweiz offenbar ja.”
Journalistenverband rügt Gabriele Pauli (focus.de, stj) Seit ihrem CSU-Austritt blockt Gabriele Pauli Interview-Anfragen zu ihrer Person ab – es sei denn, es fließt Geld. Mit dieser Praxis erregt die Fürther Landrätin den Unmut des Deutschen Journalistenverbandes.
Erfolgreicher Rechtsruck (berlinonline.de, Daniel Baumann)
Die Schweizer Weltwoche ist zu einem Sprachrohr der SVP verkommen.
Peter Kloeppel - Nachrichten sind sein Leben (super-illu.de, Susi Groth)
Seit 15 Jahren ist er das Gesicht von »RTL aktuell«. 25 Prozent der Ost-Deutschen schalten jeden Abend um 18.45 Uhr ein, wenn er in seiner gewohnt ruhigen Art die Nachrichten des Tages verliest. Doch was für ein Mensch steckt eigentlich hinter »Mister News«? Im Gespräch mit SUPERillu-Redakteurin Susi Groth plaudert der 49-Jährige ein bisschen aus dem Nähkästchen…
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Stil und beim Können sind nicht die Kriterien, welche den ‘hohen Journalismus’ von den ‘niederen Public Relations’ unterscheiden. Sie liegen woanders. » weiterlesen
Steve Parry aus England erlebt in China den Bürgerjournalismus: Passanten halten ihn ihn für den achtfachten Medalliengewinner Michael Phelps. » weiterlesen
Unsere wochentägliche Presseschau heute mit investigativen Journalisten in China, einem im Internet defensiv agierenden Bauer Verlag und mit Mode ohne Ende im Internet. » weiterlesen