Schon bald NZZpunkt.ch?

Peter Hogenkamp, 30. Oktober 2007 08:25 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Am Samstag schrieb die Finanz und Wirtschaft: “Auch die NZZ liebäugelt mit eigener Gratiszeitung” (online nicht verfügbar), und dass Martin Hitz das in seinem Medienspiegel zum Schreien findet, heisst natürlich nicht, dass es nicht stimmen könnte.

Im Artikel betont die NZZ zwar noch, dass es eigentlich keinen Handlungsbedarf gäbe:

«Die NZZ-Gruppe steht grundsätzlich nicht in der Defensive, denn nicht jede Neulancierung wird zum Erfolg», urteilt Alfred Hümmerich, seit sechs Monaten Gruppenleitungsvorsitzender des mit 227 Betriebsjahren traditionsreichen Zürcher Verlagshauses. «Wir sind inzwischen am Medienmarkt so breit aufgestellt, dass uns verschiedene Möglichkeiten der Weiterentwicklung offen stehen.» (FuW vom 27.10.2007)

“Wir sind total in Panik” sagt man ja auch selten vor und während Verkaufsverhandlungen.

Im weiteren Verlauf des Artikels wird gemutmasst, dass es .ch sein könnte, für das die NZZ sich interessiert – angesichts der Tatsache, dass 20 Minuten der Tamedia gehört und heute zu Ringier keine wirklich atemberaubende Schlussfolgerung.

Heute morgen hörten wir aus dem Zürcher Seefeld-Quartier, dass offenbar erste Gespräche zwischen .ch-Gründer Sacha Wigdorovits und Hümmerich (kein Foto, aber coole URL bei der NZZ: independent=true) bereits stattgefunden haben.

Dabei wurde der Start von .ch allgemein als eher harzig wahrgenommen. “Ganz nettes Heft – falls man es zufällig irgendwo findet”, scheint der Tenor zu sein. Eine Google-Suche nach .ch distribution wigdorovits führt auch schon zu beeindruckenden 313 Treffern. Und natürlich verbirgt sich hinter jedem blauen Link die Zusicherung, man habe alles im Griff, und die paar Probleme mit verschwundenen Ständern seien völlig normal. Ist der “strategische Fit” nun, dass der NZZ-Verlag das Ständerklauproblem besser in den Griff bekommt?

Zugleich hört man, die ersten .ch-Journalisten bewerben sich schon wieder bei anderen Zürcher Medienhäusern. Ob das nun an den verschwundenen Notenständern liegt oder an der NZZ oder an etwas anderem, ist zur Stunde noch nicht bekannt.

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Martin

    schrieb am 30. Oktober 2007 um 11:49 Uhr (#)

    Die Medienlese-Blogger als Gerüchteköche? Da koch ich mit!

    Ich denke, dass “im Zürcher Seefeld-Quartier” bereits vor dem Launch von “.ch” Gespräche stattgefunden haben. Könnte es aber sein, dass der Einstieg nach dem harzigen Start des Ständerblatts nun billiger zu haben ist?

  2. Hugo B.

    schrieb am 30. Oktober 2007 um 17:08 Uhr (#)

    Zum Glück bin ich da raus.


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