Was kostet eigentlich der Bildblog-Werbespot?

Von Florian Steglich, 27. August 2007 15:10 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die tatsächlichen Kosten wissen wir natürlich auch nicht. Wir können aber zumindest mal eine Annäherung versuchen. Besser gesagt also: Was würde der Bildblog-Werbespot eigentlich kosten, wenn die Bildblogger die offiziellen Tarife zahlen würden?

Die Basisinformationen wie “Werbeinsel-Schema” und Preisgruppen sind schließlich kein Geheimnis, sie stehen auf der Website von Viacom Brand Solutions (Viacom ist die Muttergesellschaft aller drei TV-Sender, auf denen der Bildblog-Spot derzeit läuft).

So ein Werbeinsel-Schema sieht ungefähr so aus:

screenshot_wischema_mtv.jpg

Man erkennt als Laie erstmal gar nichts, aber nach ein paar Minuten tauchen Uhrzeiten, Namen von Sendungen und merkwürdige Codes auf. Diese Codes enthalten als wesentliche Information die Preisgruppe für die Werbeschaltungen.
Die Premiere des Bildblog-Spots am vergangenen Donnerstag etwa lag in der Preisgruppe 10, was bedeutet: Ein 30-Sekunden-Spot kostet in dieser Zeit 1.380 Euro - und eine Sekunde demnach 46 Euro. Die Bildblog-Werbung, die 49 Sekunden lang ist, kommt also auf 2.254 Euro. Wohlgemerkt: Das ist der Listenpreis, den die Bildblog-Betreiber sicher so nicht überwiesen haben.

Deutlich günstiger als bei MTV ist die Schaltung übrigens bei Comedy Central, da gibt es die Sekunde zu bestimmten Zeiten schon für einen Euro.

Auf Bildblog.de sind die Ausstrahlungen vom heutigen Montag notiert:

“Montag, ca. 15.15 Uhr, Comedy Central
Montag, ca. 17.50 Uhr, MTV
Montag, ca. 18.50 Uhr, Comedy Central
Montag, ca. 20.50 Uhr, Comedy Central
Montag, ca. 23.20 Uhr, Comedy Central”

Rechnet man die Preise für 49 Sekunden zu diesen Zeiten zusammen, kommt man auf eine Summe von 4.263 Euro. Für einen Tag. Klingt viel, wenn man sich vorstellt, es als Blogger aus eigener Tasche bezahlen zu müssen, klingt wenig, wenn man sich in Erinnerung ruft, welche Preisklassen man sonst so vernimmt: 320.000 Euro für einmal 30 Sekunden in der Halbzeitpause des Fußball-WM-Viertelfinales zum Beispiel. Und wenn man weiß, dass Listenpreise nicht unverhandelbar und Gegengeschäfte nicht unüblich sind, ist Fernsehwerbung in diesem Umfang gar nicht mehr so unvorstellbar.

Ein Gegengeschäft - Bildblog-Werbeplätze für die TV-Sender - gibt es auch im Fall der Bildblog-Spots, Stefan Niggemeier hat das in seinem eigenen Blog bereits angemerkt:

“Die Wahrheit ist: Wir bezahlen die Schaltkosten selbst, teils (wie üblich, wenn ein Medium in einem anderen wirbt) in Form eines Gegengeschäftes.”

Und das Bildblog ist schließlich keine ganz kleine Nummer im Web mehr. Das wird deutlich, wenn man es mal mit der Website von Comedy Central vergleicht. Die hatte im Juli 2007 laut IVW-Statistik knapp 118.000 Visits. Das Bildblog kommt locker auf das Zehnfache und mehr.

Also: Die Bildblogger zahlen die Schaltkosten für ihren Werbespot vielleicht nicht gerade aus der Hosentasche, aber sie müssen auch kaum Hunderttausende hinlegen.

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