Hollywood lässt Kinogänger beobachten
Von Peter Sennhauser am 21. August 2007 um 07:33 Uhr Kommentare (3)
Kategorien: Copyright, Film
Wer glaubt, im Kinosaal wenigstens im Dunkeln mit seiner Begleiterin ungestört zu sein, hat nicht mit der Filmindustrie und ihrer Paranoia gerechnet. Diesem Bericht eines amerikanischen Filmkonsumenten nach zu schliessen hat Hollywood endgültig die Relationen verloren und angefangen, Kinogänger am Eröffnungswochenende in den Sälen mit Nachtsichtgeräten beobachten zu lassen, um Bootlegger zu identifizieren.
Der Berichterstatter, Sam, hatte kurz nach Lichterlöschen im Saal eines AMC-Kinos in Georgetown einen dunkel gekleideten Mann neben der Leinwand entdeckt, der das Publikum zu filmen schien.
Als er den Kundendienst des Kinos zur Rede stellte, wurde ihm erklärt, der Beobachter sei von Warner Bros abgesandt worden, um Raubkopien der Premiere des Films “The Invasion” (ironischerweise ein Remake der “Bodysnatchers”) zu verhindern.
Später habe sich eine Sprecherin der Kinokette bei ihm gemeldet, sagte Sam, und betont, der “Sicherheitsbeauftragte” habe das Publikum nicht gefilmt, sondern lediglich mit einem Nachtsichtgerät beobachtet.
Zumindest laufen die Kinogänger also nicht Gefahr, ihrerseits plötzlich in Amateurvideos auf einschlägigen Internetseiten eine Hauptrolle zu spielen. Ob zahlendes Publikum im Kino in Europa beobachtet werden dürfte, ist uns derzeit nicht ganz klar.
Hier ist Sams Bericht zu finden
[via Sennhausers Film Blog ]
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3 Kommentare
Bootlegger? Was ist das? Versuche bitte verstaendlich zu schreiberln!
Peter Sennhauser
schrieb am 21. August 2007, 10:40 Uhr (Permalink zum Kommentar)Klar. Hier.
Darf ich mich setzen…?
Merzmensch
schrieb am 21. August 2007, 15:58 Uhr (Permalink zum Kommentar)Manmanman, die haben vielleicht Sorgen…
Als ich - meine Kindheit auf dem Territorium der Sovjetunion verbringend - zum ersten Mal ins Kino kam und einen roten, knackigen und süssen Apfel in den Kinosaal schmuggelte, wurde ich von der “Aufseherin” oder “Beobachterin”, die zu diesem Zwecke hinter den Türen des Saals sass, richtig angepöbelt und aus dem Saal rausgeschmissen: hier sei eine kulturelle Einrichtung und keine Kantine, hierher komme man nicht um zu schmatzen, sondern der geistigen Nahrung wegen.
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A. Kuhn
schrieb am 21. August 2007, 10:08 Uhr (Permalink zum Kommentar)