medienlese - der Wochenrückblick
“ZDF setzt Dieter Thomas Heck ab“, meldete die Berliner Morgenpost über den “Erfolgsmoderator”. Sein langjähriger Arbeitgeber hingegen, das ZDF, schrieb, er wolle seine Tätigkeit “auf eigenen Wunsch hin” reduzieren. Felix Schwenzel enthüllte das Geheimnis des Bloggens: “erfolgreiche a-blogger sagen ja angeblich, man soll ja so schreiben als ob man mit einem guten freund spricht”. Weltwoche-Journalist Urs Paul Engeler wollte wissen, wo genau sich in seinen Artikeln Fehler eingeschlichen haben. Presseverein.ch konnte, ohne pingelig sein zu wollen, aushelfen. Mündlich wurde mir übermittelt, dass sich Engelers Boss, Roger Köppel, in ein Gespräch zwischen zwei Leuten an einem Easyjet-Gate, die sich über falsche Fakten in einem Harry-Potter-Artikel unterhielten, eingeschaltet haben soll. Sowas sei ihm nicht egal und auch er habe sich darüber geärgert. Diese online leider nicht auffindbare Notiz konnte offenbar bei den versammelten mitgehörten Gesprächen im Tagesspiegel am Sonntag gelesen werden.
Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer hatte in einer Woche zwei Liveauftritte: Am Mittwoch eine angeblich unsäglich schlechte und an Masochismus grenzende Videoperformance und am Sonntag ein Echtzeit-Bloggen über die Leseerfahrung eines Harry-Potter-Buches. Zu den nach der Einstellung der ARD- und ZDF-Tour-de-France-Berichterstattung verbliebenen Radsportfans schrieb er: “Wer jetzt noch zuschaut, ist entweder so dumm, dass er Doping nicht begreift - oder es ist ihm völlig egal.”
Matthias Ackeret, Chefredaktor der Medienzeitschrift Persönlich rot, veröffentlichte kürzlich ein Buch über die Führungsprinzipien des Schweizer Ministers Christoph Blocher. Constantin Seibt vom Tages-Anzeiger las es und schrieb: “Der Interviewer Matthias Ackeret ist der perfekte Enkel: unermüdbar liefert er Stichworte. Unermüdbar bleibt er höflich. Und unermüdbar geht er den interessanten, dunklen Punkten aus Opas Leben aus dem Weg. So lässt Ackeret Opa Blocher wieder und wieder von dessen «mutigster Entscheidung» erzählen (…)”. Das Buch verkauft sich gut. So gut, dass es persoenlich.com wert war, die Meldung, die erste Auflage sei bereits ausverkauft, zu platzieren. Wo? Auf persoenlich.com, dem Internetportal der Zeitschrift Persönlich rot. Netzjournalismus.de vermutete eine Zusammenarbeit zwischen Krombacher und Stern-TV und 20Minuten schrieb ausführlich über Toyboy-Automaten. In einem anderen Text schrieb 20 Minuten: “Haben Sie geglaubt, dass Paparazzi die Promis mit ihren Kameras ‘erwischen’? Dann waren Sie wohl sehr naiv”. Äh ja, das bin ich wohl.
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