Stiekum?
Man soll ja als Journalist an den Leser (Hörer, Zuschauer) denken: Klar schreiben und Kompliziertes erläutern. Fremdwörter nur benutzen, wenn sie allgemein bekannt sind. Abkürzungen erklären. Inkurzensätzenschreiben. Das spricht aber natürlich keineswegs gegen ausgefeilte, sprachverliebte Texte, für deren Lektüre man sich mehr als fünf Minuten Zeit nehmen muss. An ihnen hat man im Zweifelsfall länger Freude. Und wenn in einem Artikel ab und zu sogar ein zuvor unbekanntes Wort vorkommt, dann darf man sich freuen über den Neuzugang im Wortschatz, anstatt sich einfältig vorzukommen.
Zumindest, wenn es sich um ein so liebenswertes Wort handelt wie jenes, das USA-Korrespondent Marc Pitzke heute bei Spiegel Online publiziert hat. In einem Artikel über Michael Jacksons verwaisende Neverland-Ranch steht dort der Satz:

Stie-was? Ist das die Typenbezeichnung eines Privatjets oder ist Bastian Sick im Urlaub? Ich frage das Netz und es antwortet der Duden: Das Adverb “stiekum” kommt aus dem Jiddischen, erklärt er, und heißt soviel wie “ganz heimlich, leise”. Schönes Wort. Werde ich demnächst mal stiekum in einem Artikel verstecken.
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1 Kommentar zu diesem Artikel
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Peter Hogenkamp
Sehr gut! Hat meine Oma immer gesagt, ich hatte es allerdings bis heute nie geschrieben gesehen. Auch hat sie es “stickum” ausgesprochen, keine Ahnung, ob das eine Nebenform ist.
Wenn Du mal “Fenterei” findest, Adjektiv “fenterig” (muss aus dem Kontext heraus sowas heissen wie “mühsam, kompliziert, aufwändig, umtriebig”, wow, hat sogar 32 Google-Treffer, scheint gern von westfälischen IT-Admins benutzt zu werden :-), bitte wieder melden.