Ist die Weltwoche noch unabhängig?

Ronnie Grob, 30. Juni 2007 um 16.29 Uhr, 30 Kommentare Kommentare

“Von Markus Somm und Christoph Mörgeli” heisst es in einem Interview der Weltwoche mit dem deutschen SPD-Chef Kurt Beck. Hat der Schweizer SVP-Nationalrat einen neuen Arbeitgeber? Werden da Interessen vermischt?

Christoph Mörgeli
Blick vom 27.09.2006. Bild mit freundlicher Genehmigung von blogwiese.ch

Es ist nichts neues: Christoph Mörgeli, bald 47, Konservator des Medizinhistorischen Museums der Universität Zürich, am 06.12.1999 in den Nationalrat gewählt, seit 2000 Vizepräsident der Europäischen Totentanz-Vereinigung und seit 2001 Titularprofessor der Universität Zürich (Prof. Dr. phil.), schreibt mit Unterbrüchen schon seit Jahren für die Weltwoche :

Ende der achtziger Jahre publizierte er regelmässig in der Weltwoche, etwa: «Scheuermann – ein Rundrücken als jugendliches Schicksal» oder «Fetthals: Unschön, aber ungefährlich».

(Zitat aus der Ausgabe 28/2004, nur für Abonennten).

In den letzten Jahren beschränkte sich seine Aktivität auf eine Randspalte unter dem Namen “Konkret” oder “Mörgeli“, in der er Woche für Woche auf manchmal ätzende, manchmal witzige Weise seine politischen und gesellschaftlichen Gegner angriff. In der Ausgabe 05/07 dann durfte er sich als Theaterkritiker versuchen. Nun ja, denkt man sich. Die Weltwoche ist eine Autorenzeitschrift. Und Christoph Mörgeli ein Autor. Warum soll ein Politiker und Titularprofessor keinen guten Text über ein Theaterstück schreiben?

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Irakischer Brokkoli

Ronnie Grob, 29. Juni 2007 um 10.06 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Der Stern klärt uns in seiner Ausgabe 26/2007 auf Seite 184 über eine Ähnlichkeit zwischen David Hasselhoff und dem Brokkoli aus der Sesamstrasse auf.

Hasselhoff Broccoli

Eine frappante Ähnlichkeit, ja. Wieso bloss ist mir das nie aufgefallen? Vielleicht, weil man jeden anderen Showstar und jedes andere Gemüse auch dafür hätte nehmen können?

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6 vor 9

Ronnie Grob, 29. Juni 2007 um 8.54 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Die Gedanken der anderen
(faz.net, Olaf Sundermeyer)
Der Steuerzahler kommt dafür auf: Der ?Perlentaucher? ist auf einen Schatz gestoßen, den er umfassend vermarktet. Er macht das Interesse an den Zusammenfassungen der Gedanken anderer zu Geld. Ein Geschäftsmodell, das man grenzenlos ausweiten könnte.

Im Sog des medialen Populismus
(nzz.ch, Stephan Russ-Mohl)
Den öffentlichen Sendern droht weiterhin Profilverlust. Sie entwickeln sich zu überdimensionierten Unterhaltungsmaschinen, wie der Publizistikprofessor Stephan Russ- Mohl in einer kritischen Bilanz meint.

Gast-Chefredakteur
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Andreas Bernard)
Auf den ersten Seiten von Zeitschriften und Zeitungen gibt es derzeit ein häufig wiederkehrendes Foto. Es zeigt den Chefredakteur des Blattes mit einem Prominenten, dem die Produktion der Ausgabe übertragen worden ist.

Vielen Dank fürs Zeigen!
(freitag.de, Rosemarie Bölts)
Marke schlicht und ergreifend: 25 Jahre “Kunst und Krempel” im Bayerischen Fernsehen.

“Das Aus von Cash und Facts ist ein Geschenk an die Weltwoche”
(persoenlich.com, David Vonplon)
Seit Donnerstag ist die Presselandschaft um zwei Stimmen ärmer: Mit dem Erscheinen ihrer letzten Ausgaben wurden Facts und Cash zu Grabe getragen. “persoenlich.com” nimmt Abschied von den beiden Blättern, indem es jene zwei Exponenten zu Wort kommen lässt, die ihnen im letzten Jahrzehnt zur einer kurzen Blütezeit verholfen haben. “Mr. Cash” Markus Gisler und Jürg Wildberger, erster Chefredaktor des Nachrichtenmagazin Facts.

Kinder fragen Politiker nach dem Internet
(sevenload.de, Video, 2:20 Minuten)

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

Stefan Aust im letzten Cash

Ronnie Grob, 28. Juni 2007 um 18.16 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Stefan Aust, Chefredaktor des Spiegels, gibt der letzten Ausgabe von Cash ein Interview.

Zusammen mit der Zeitschrift Facts erschien heute auch die letzte Ausgabe der Wirtschaftszeitung Cash. Warum? Medienkritiker Kurt W. Zimmermann schrieb es für Abonennten der heutigen Weltwoche so:

Cash und Facts (…) machten seit Jahren keinen guten Journalismus mehr. Sie waren fad und öd geworden. Ihre Parallele ist, dass ihre Mutterhäuser absichtlich dafür gesorgt hatten, dass sie fad und öd wurden.

(…)

Cash wurde journalistisch domestiziert, verlor Unabhängigkeit und Biss und war nur noch fad und öd.

(…)

Facts wurde journalistisch domestiziert. Man verwechselte intern Seriosität mit Stinklangweiligkeit, zog dem Blatt die Zähne, und Facts war nur noch fad und öd.

In einer Kolumne die Wendung “fad und öd” viermal zu verwenden, könnte man entweder als Stilmittel oder als fad und öd auslegen, aber darum geht es gar nicht.

Stefan AustEs geht um den Chefredaktor des Spiegels, Stefan Aust, der für die letzte Ausgabe von Cash interviewt wird. Und erklärt, wie man erfolgreich ein Magazin macht.

Schon der Titel des Interviews sagt einiges: “Die Flucht aus dem Print ist eine Flucht aus dem Journalismus”.

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6 zum Tod von Facts und Cash

Ronnie Grob, 28. Juni 2007 um 9.34 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Das Aus für FACTS – die Meinungen
(facts.ch)
Heute werden FACTS und «Cash» zum letzten Mal ausgeliefert – was bedeutet das für den Recherchierjournalismus? 12 Antworten.

Abenteuer mit Sushi
(woz.ch, Susanne Zahnd)
Nicht, dass man dem Nachrichtenmagazin «Facts» auch nur eine halbe Träne nachweinen würde, aber dass diese Publikation per Ende Juni eingestellt wird, erfüllt einen auch nicht mit Jubel. Ist es doch ein weiteres Zeichen dafür, dass sich (nicht nur) Tamedia wenig dar­um kümmert, was Journalismus im Printbereich heute noch sein könnte.

Wogen bei Facts noch nicht geglättet
(werbewoche.ch)
Unter anderem mit einer Stellungnahme von Tamedia-Mediensprecher Christoph Zimmer.

Die Hexenküche
(handelsblatt.com, Hans-Peter Siebenhaar und Ewald Stein)
In der Schweiz erscheinen heute zwei Magazine sozusagen mit Trauerrand: Die Wirtschaftstitel ?Cash? und ?Facts? bringen ihre jeweils letzte Ausgabe unter die Leute. Die Verlage Ringier und Tamedia stellen diese Blätter ein. Sie lohnen sich offenbar nicht mehr.

Wenn der Sensenmann kommt
(werbewoche.ch, Josefa Haas)
Mit jeder Publikation, die eingeht, verschwindet auch eine spezielle Form des Journalismus.

«Cash»/«Facts»: Die einen feiern, die andern protestieren
(kleinreport.ch)
Die zeitgleiche Einstellung der Wochenpublikationen «Cash» (Ringier) und «Facts» (Tamedia) hat in den beiden Verlagshäusern zu höchst unterschiedlichen «Schlussbildern» auf der Medienbühne geführt. Während die «Cash»-Redaktion das letztmalige Erscheinen der Wirtschaftszeitung am Mittwoch mit einer Schifffahrt auf dem Zürichsee und einem Nachtessen in der Erlenbacher «Schönau» feierte, war bei den «Facts»-Kolleginnen und -Kollegen gleichzeitig Kampf und Protest an

href=”http://www.facts.ch/dyn/magazin/schweiz/766387.html”>Das Aus für FACTS – die Meinungen
(facts.ch)
Heute werden FACTS und «Cash» zum letzten Mal ausgeliefert – was bedeutet das für den Recherchierjournalismus? 12 Antworten.

Abenteuer mit Sushi
(woz.ch, Susanne Zahnd)
Nicht, dass man dem Nachrichtenmagazin «Facts» auch nur eine halbe Träne nachweinen würde, aber dass diese Publikation per Ende Juni eingestellt wird, erfüllt einen auch nicht mit Jubel. Ist es doch ein weiteres Zeichen dafür, dass sich (nicht nur) Tamedia wenig dar­um kümmert, was Journalismus im Printbereich heute noch sein könnte.

Wogen bei Facts noch nicht geglättet
(werbewoche.ch)
Unter anderem mit einer Stellungnahme von Tamedia-Mediensprecher Christoph Zimmer.

Die Hexenküche
(handelsblatt.com, Hans-Peter Siebenhaar und Ewald Stein)
In der Schweiz erscheinen heute zwei Magazine sozusagen mit Trauerrand: Die Wirtschaftstitel ?Cash? und ?Facts? bringen ihre jeweils letzte Ausgabe unter die Leute. Die Verlage Ringier und Tamedia stellen diese Blätter ein. Sie lohnen sich offenbar nicht mehr.

Wenn der Sensenmann kommt
(werbewoche.ch, Josefa Haas)
Mit jeder Publikation, die eingeht, verschwindet auch eine spezielle Form des Journalismus.

«Cash»/«Facts»: Die einen feiern, die andern protestieren
(kleinreport.ch)
Die zeitgleiche Einstellung der Wochenpublikationen «Cash» (Ringier) und «Facts» (Tamedia) hat in den beiden Verlagshäusern zu höchst unterschiedlichen «Schlussbildern» auf der Medienbühne geführt. Während die «Cash»-Redaktion das letztmalige Erscheinen der Wirtschaftszeitung am Mittwoch mit einer Schifffahrt auf dem Zürichsee und einem Nachtessen in der Erlenbacher «Schönau» feierte, war bei den «Facts»-Kolleginnen und -Kollegen gleichzeitig Kampf und Protest angesagt.

6 vor 9

Ronnie Grob, 28. Juni 2007 um 8.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Pressefreiheit in Gefahr
(zdf.de, Video, 7:32 Minuten)
Die Tageszeitungen stehen unter wirtschaftlichem Druck. Immer öfter geben Verlage den Interessen von Anzeigenkunden nach, lassen sich in die redaktionellen Inhalte hineinreden. Die kritische Berichterstattung bleibt dabei häufig auf der Strecke, so der Deutsche Journalisten-Verband.

Der Therapeut
(zuender.zeit.de, Nico Semsrott)
Deutschland teilen? Die Frauenkirche abreißen? Will der Satiriker und ehemalige Chefredakteur der Titanic Martin Sonneborn die Welt verbessern? Oder nur sich selbst heilen? Ein Interview.

Das grosse Web-2.0-Glossar
(medienspiegel.ch, der unmündige Leser)
Einer der Betreiber des inzwischen eingestellten Pendlerblogs hat Informationen über Web 2.0 in Form eines Glossars zusammengestellt. Für sich und seine Grossmutter.

Spieglein, Spieglein in der Hand…
(werbewoche.ch, René Worni)
Der Spiegel sitzt mit seiner Extrabeilage über die Schweiz vielen, allzuvielen Klischees auf. Lesen wollen das wohl vor allem Deutsche.

Geläutert, beseelt, blondiert
(spiegel.de, Marc Pitzke)
Paris Hilton und kein Ende: Die Erbin gab bei Talk-Ikone Larry King gestern das erste TV-Interview seit ihrer Freilassung aus dem Gefängnis. Sie bemühte sich um das Image einer geläuterten Madonna. Leider ging das am Ende dann doch schief. [Das Transkript des Gesprächs auf cnn.com]

MSNBC Journalist Burns and Shreds Paris Hilton Story
(youtube.com, Video, 3:01 Minuten)
She is amazing! Mika Brzezinski refuses to cover the stupid imbecile we call Paris Hilton leaving jail. She tries to burn and shred the story too! Finally!

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Eine nicht gehaltene Rede aus der Facts-Redaktion

Ronnie Grob, 27. Juni 2007 um 16.18 Uhr, 6 Kommentare Kommentare

Heute protestierte die kürzlich in Corpore entlassene Redaktion der Zeitschrift Facts vor dem Kongresshaus gegen die Tatsache, dass ihr Verlag, Tamedia, der Redaktion bisher keinen Sozialplan in Aussicht gestellt hat.

Redaktor Christof Moser schreibt uns dazu:

die tamedia wollte jemandem aus der redaktion an der gv redezeit einräumen, wenn dafür die gewerkschaften das wort nicht ergreifen. ich wurde als sprecher ausgewählt. leider ging ich dann als redner vergessen und konnte die rede nicht halten. in der beilage sende ich ihnen das, was ich sagen wollte.

Hier also die Rede, die er halten wollte, aber nicht konnte:

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Irgendwas 2.0

Ronnie Grob, 27. Juni 2007 um 12.20 Uhr, 15 Kommentare Kommentare

Irgendwas 2.0 wird besonders gern in Titeln gewählt - so meine These heute morgen. Um das zu verifizieren, habe ich in Blogs und Online-Medien einen kleinen Test gemacht.

Mit folgenden Kriterien:

1. Im Titel des Beitrags steht die Wendung “2.0″.

2. Der Begriff “Web 2.0″ ist von der Teilnahme ausgeschlossen.

3. Der Beitrag wurde gestern (26.06.07) oder bis heute mittag (27.06.07) veröffentlicht.

4. Der Text dazu ist deutschsprachig.

Ergebnis: 20 Resultate. Einschränkend dazu muss erwähnt werden, dass einige Titel übernommen wurden oder gar Produktnamen sind, die nichts mit dem Begriff Web 2.0 zu tun haben. Weitere Funde nehmen wir gerne in den Kommentaren entgegen.

Hier die aufgefundenen Quellen:

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6 vor 9

Ronnie Grob, 27. Juni 2007 um 9.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Wie man einen Dschungel pflanzt
(jungle-world.com, Ivo Bozic)
1997 entstand die Jungle World als Ergebnis eines politischen Streiks bei der Tageszeitung junge Welt. Eine Chronik des Streiks und der ersten Schritte in den Dschungel von ivo bozic.

Die Zitronenhändler
(tagesspiegel.de, Colin Porlezza und Stephan Russ-Mohl)
Große Unruhe auf dem Schweizer Printmarkt: “Spiegel? mit Beilage, Springer kauft TV-Programmies und ein Gratisblatt hat die meisten Leser.

Kulturjournalismus zwischen Masse und Klasse
(art-tv.ch, Video)
Auf Einladung der Mediengewerkschaft haben am 21. Juni vier Vertreter des Deutschschweizer Kulturjournalismus über die Tendenz der Boulevardisierung diskutiert.

Vom Blog zum Job
(medien-mittweida.de, David Hofmann, Sabine Flegel)
Blogs erfreuen sich unaufhörlich großer Beliebtheit. Dabei sind sie längst mehr als frei zugängliche Tagebücher. Richtig eingesetzt bieten sie nicht nur in der Medienbranche Aufstiegschancen.

?Jedes neue Blog hat eine Chance”
(politik-digital.de)
Am 26. Juni 2007 war Jens Schröder von blogcensus.de in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er sprach über erste Ergebnisse bei der Vermessung der Blogosphäre, erklärte die Zählmethode der Deutschen Blogcharts und schwärmte von US-amerikanischen Blogs.

Wie ich mal im ?Nachtmagazin? war
(stefan-niggemeier.de)
Fernsehen ist merkwürdig. Ungefähr alles am Fernsehen ist merkwürdig. Stefan Niggemeier war zu Besuch im ARD-Nachtmagazin.

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Was in den Beizen abgeht.

Peter Hogenkamp, 27. Juni 2007 um 0.09 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

schaper
Foto: Schweizer Fernsehen

Die Debatte um den designierten Kulturchef des Schweizer Fernsehens, den Deutschen Rainer M. Schaper, treibt etwas seltsame Blüten.

Letzten Donnerstag, da war seine Ernennung noch nicht mal offiziell, hatte schon die Weltwoche gefunden (”Ein Deutscher wird neuer SF-Kulturchef”, nur für Abonnenten), dass das zwar vermutlich ein Fehler sei, aber man argumentierte ungewohnt ausgewogen.

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