Was, bitte, ist Second Life?

Peter Sennhauser, 11. April 2007 13:02 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Man kann sein Geld mit Rechschreibung verdienen, und offenbar ist es kein schlecht verdientes Gel. (Entschuldigung: Geld). Oder aber man verlegt sich drauf, den Managern den neusten Hype zu erklären - damit sie wissen, was es hätte sein können, wenns vorbei ist.

Inserat aus dem in der Schweiz verbreiteten Medien- und Werbe-Newsletter Kleinreport:

blog4

Jawohl, bitte fundiert entscheiden. Für läppische 450 Franken lernt die geneigte Führungskraft

- Was ist Second Life überhaupt und wie funktioniert es genau?
- Welche Potenziale bietet Second Life für Kommunikation, Maketing und Vertrieb?
- Was bringt ein Engagement in Second Life und was würde das kosten?

und all das von einer zweifellos kompetenten und in keinster Weise neutralen Stelle - einer Zürcher Agentur für SL-Präsenzen nämlich. Der erste Clever-Punkt geht schon mal an die Jungs dafür, dass sie sogar für den Verkaufspitch zu kassieren versuchen. (Ich lade hiermit alle Zeitungsverleger zu einem Seminar ein: Für 450 Franken pro Nase erklär ich, ob man einen Korrespondenten in San Francisco braucht und was der kostet.)

Hier ist eine billigere Variante verfügbar, etwas Dunkel ins Scheinwerferlicht zu bringen, in dem Second Life steht. Das Editorial der Computerzeitschrift c’t bringt auf den Punkt, was ich mir seit jenen Tagen denke, als SL noch keine Million Mitglieder hatte (das ist etwa drei Monate her):

Selten sind mehr als 25 000 Avatare online, die meisten der vier Millionen haben wahrscheinlich nur reingeschaut. Die virtuelle Realität präsentiert sich menschenleer.

Ich könnte in der realen Welt plötzlich rosa Strapse tragen und mich in Rotlicht-Milieus dünn besiedelter Regionen wie Jakutien rumtreiben. Ich könnte, wenn ich wollte. Das Leben ist aber zu kurz, um sich an langweiligen Orten aufzuhalten - ob in dieser oder in einer anderen Welt.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. Lothar Degen

    schrieb am 12. April 2007 um 07:46 Uhr (#)

    Wie war, fragt sich sowieso was SL soll, wenn die wenigen, die sich darin tummeln, eh nur das gleich machen (wollen?) wie im sogenannten RL (Real Life).

    Lothar


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