Auf dem Weg zur Prominenz
Es geht weiter in der Debatte um vulgäre Sprache und überflüssige Kolumnen, diesmal mit der Kolumne der Woche von Christian Rentsch in der WOZ. Er fand in nicht von ihm stammenden Kolumnen der letzten Zeit egoistische Motive vor, gestrickt aus Belanglosigkeiten. Aufgeführt werden Berichte über: Schnitte in den eigenen Finger, eigenes Unvermögen im Umgang mit Handys, Benutzen von Handys in Zügen, Domizilwechsel an der Goldküste (vom “geschwätzigen” Klaus J. Stöhlker). Ausgenommen von der Klage sind fast nur die Feingeister Manfred Papst und Roger de Weck (”seltene Solitäre”). Seine Klage gipfelt so:
Allen diesen Kolumnen ist eines gemeinsam: Da beschreiben JournalistInnen, die nichts erlebt haben, dass sie nichts erlebt haben. Und dass ihnen in den letzten Tagen auch kein origineller, kluger oder sonst wie aussergewöhnlicher Gedanke in den Sinn gekommen ist. Das Einzige, was aus diesen Kolumnen spricht, ist der Drang, sein kleines Ich ins grosse Rampenlicht zu stellen: Ich, ich, ich, ich, ich ? Denn wer Kolumnen schreibt, ist nicht irgendwer, sondern auf dem Weg zur Prominenz.
Michèle Roten, die einer deutschen Leserbriefschreiberin vor zwei Wochen Klartext geantwortet hat, ist für ihn ein “vulgäres Hühnchen”, das “vulgären Gassenslang” spricht. Zur Strafe hat er auch gleich noch ihren Namen falsch geschrieben.
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