Blick langweilt mit Anrufspielen
Kennen Sie diese Call-In-Sendungen, die je länger, je mehr das Hauptprogramm von vielen Privatsendern dominieren? In denen stundenlang nach den einfachsten Begriffen gesucht wird, bis auch der letzte Zuseher den Sender gewechselt, angerufen hat oder durchgedreht ist?
Im neuen Jahr beglückt uns der Blick mit genau sowas. Natürlich bin ich bereits auf den Trick reingefallen und hab heute nachmittag dreimal zu 90 Rappen angerufen, um Frau Müller mitzuteilen, dass es sich sicher um die Fassung einer Glühbirne handelt. Leider war Frau Müller aber immer, wenn ich anrief, gerade besetzt. Zurückgerufen hat die Glücksfee auch nicht, aber das passiert ja auch nur “mit etwas Glück”.
Redaktionell ist die Seite, wie der Vergleich der betreffenden Seiten vom 3.1.2006 und 4.1.2006 zeigt, nicht besonders aufwändig. Ein paar Zahlen anpassen, Frau Müllers Tipps abdrucken, nach einer Jackpotauszahlung das Bild wechseln. Alles andere kann vom Vortag übernommen werden.
Während die Leser spielen… - was macht eigentlich in dieser Zeit die über hundertköpfige Redaktion? Und wieso hat das eine Zeitung mit einem Verkaufspreis und mit Abonnenten nötig, während sich Gratiszeitungen offenbar von Inseraten finanzieren lassen können?
Wie auch immer: Neue Leser wird das Blatt mit solchen Aktionen nicht gewinnen. Und die Stellung als Anwalt der Gruppe “Wir lassen uns doch nicht für dumm verkaufen” wird damit auch nicht gefestigt.
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(16. Januar 2007 17:06)
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