6 vor 9

Ronnie Grob, 21. November 2006 08:54 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Watchblogs: Große Medien im Visier von Internet-Blogs
(standard.at)
Kommunikationswissenschafter spricht von bereichernder Medienkritik - “Österreich”-Blog als Reaktion “auf die weitere Oligopolisierung der öffentlichen Meinung”.

Die Tchiboisierung der Süddeutschen Zeitung?
(titel-forum.de, Wolfram Schütte)
Seit bei den Printmedien der sie finanzierende Anzeigenmarkt im neuen Jahrtausend unwiederbringlich eingebrochen ist und die Presse sich nach neuen Möglichkeiten zu ihrer Existenzsicherung umsehen muss, geraten auch bei den Qualitätszeitungen manche Grundprinzipien des Journalismus in eine Schieflage. Z.B. die ?strikte Trennung? des journalistischen Teils (der Redaktion) vom Anzeigenmarkt.

Nur Profit?
(zeit.de, Eva Schweitzer)
Wem soll die Zeitung gehören? Eva Schweizer über den Kampf um die »Los Angeles Times«.

Der Habicht vom Bosporus
(handelsblatt.com)
Aydin Dogan, der einflussreichste türkische Medienunternehmer und neuerdings Partner des Axel-Springer-Konzerns, greift nach der TV-Senderkette Pro Sieben Sat 1. Der Unternehmer, dessen Nachname ?Habicht? bedeutet, wird schonmal mit dem Italiener Silvio Berlusconi verglichen - kein Wunder bei so viel Einfluss.

Weg vom Pranger
(taz.de, Christian Rath)
Die SPD ließ Experten über die rechte Wochenzeitung “Junge Freiheit” diskutieren und legt nun doch die Verfassungsschutzdebatte zu den Akten.

Journalisten entschuldigen sich bei Scheich
(sueddeutsche.de, Hans Leyendecker und Claudia Tieschky)
Ein saudischer Milliardär geht weltweit mit aller Härte gegen Autoren und Verlage vor, die ihn in Zusammenhang mit al-Qaida bringen und als Förderer des Terrorismus darstellen. Zwei Autoren leisten nun in einer ganzseitigen Zeitungsanzeige Abbitte.

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Link-Tipps gerne bis 8 Uhr an tipps.medienlese bei blogwerk punkt com.

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3 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Shark

    schrieb am 21. November 2006 um 10:55 Uhr (#)

    Strikte Trennung zwischen Redaktion und Anzeigenverkauf? Vielleicht gar eine Chinesische Mauer?

    Letzterer Vergleich wäre immerhin passend, ist die Chinese Mauer heute doch zu grossen Teilen zerbröckelt… :->

  2. Stephan

    schrieb am 21. November 2006 um 14:19 Uhr (#)

    Bei der Entschuldigung an Scheich Khalid Bin Mahfouz handelt es sich übrigens tatsächlich, wie in der Süddeutschen beschrieben, um eine globale Angelegenheit: Bereits am 1. November 2006 war in der japanischen Ausgabe der “International Herald Tribune” (in Englisch) auf Seite 9 ein viertelseitiges Inserat der beiden Autoren von “Forbidden Truth” mit dem Titel “An apology to Sheikh Khalid Bin Mahfouz and Sheikh Abdulrahman Bin Mahfouz” erschienen. Der letzte Absatz (von insgesamt vier) dieser Abbitte der ungewöhnlichen Art lautet wie folgt:

    “We appreciate the very serious damage that has been caused to your reputations by these allegations. We also accept that the allegations caused you and your family great distress. For all of this we are truly sorry.”

  3. Ronnie Grob

    schrieb am 21. November 2006 um 14:56 Uhr (#)

    Ich kenne die Umstände in diesem Fall nicht, aber grundsätzlich finde ich es gut, dass die Entschuldigung für eine Falschmeldung mehr Raum einnimmt als die Falschmeldung selbst. Sonst bleibt nur die Falschmeldung in den Köpfen und eine unauffällig platzierte Gegendarstellung geht übersehen.


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