Blick liebt Shell

Ronnie Grob, 25. Oktober 2006 14:59 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Gestern, 24.10.2006, Seite 13, Blick-Wirtschaft:
“Benzinpreis-Knaller von BLICK und Shell”

Heute, 25.10.2006, Seite 11, Blick-Wirtschaft:
“Die grosse BLICK-Shell-Aktion”

So heissen die Titel zweier redaktioneller Beiträge im Blick, die weder als Publireportage noch als Anzeige gekennzeichnet sind. Es sind ganz einfach die beiden Hauptartikel der jeweiligen Tage im Ressort Wirtschaft. Beide Artikel sind reine Werbetexte mit den Protagonisten Shell, V-Power, V-Power-Diesel, Mc Donald’s und Snickers, es wird nichts auch nur ansatzweise kritisch behandelt.

Der Sinn der Aktion sei es, dem BLICK-Leser das Benzin an Shell-Tankstellen während 3 Tagen 10 Rappen billiger zu verkaufen. Das macht auf eine Tankfüllung um die 5 Franken Ersparnis, aber auch nur, wenn der Tank leer oder riesig ist. Bis der BLICK-Leser jedoch soweit ist, muss er eine genaue Anleitung befolgen, die ihm das Wirtschaftsressort der Zeitung erklärt:

1. Am Mittwoch, also heute, den Blick kaufen (das war eine Anweisung gestern)

2. Auf Seite 17 das Inserat von Shell herausreissen (erste Anweisung von heute)

3. Zu einer der Shell-Shop-Tankstellen fahren (mit Inserat oder ohne?)

4. Tanken!

5. Das Antragsformular für die Shell-Club-Smartkarte ausfüllen (wenn sie noch keine haben)

Das mag übertrieben wirken, aber genau so steht es in der Zeitung. Es sind (wohlgemerkt, im nicht als Anzeige gekennzeichneten, redaktionellen Teil) auch diese Sätze drin:

Haben Sie gewusst, welche Vorteile die Shell-Club-Smartkarte mit sich bringt? Als Besitzer der Karte profitieren Sie das ganze Jahr von Vergünstigungen.

Weiter werden die Shell-Prämienpunkte genau erklärt. Oben links neben der Überschrift prangt als guter Stern die Shell-Muschel. Ein Redaktor, eine Redaktorin als Urheber des Textes ist nicht erwähnt. Seltsam, sonst steht doch bei allen Texten, wer das geschrieben hat.

Auf einer Fünftelseite unter dem die Seite beherrschenden Text ist noch ein anderer Artikel. Titel: “Wirtschafts-Kriminelle habens gut bei uns”.

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2 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ominöser Redaktor

    schrieb am 26. Oktober 2006 um 22:45 Uhr (#)

    Nun - es gibt den Martin Prader. Leider wird er sich zur ganzen Aktion nicht äussern. Lässt aber ausrichten, dass die Sache, die Ihr hier macht, lobenswert ist.

  2. dissident

    schrieb am 27. Oktober 2006 um 08:49 Uhr (#)

    Ja. Martin Prader gibt es. Ein Jungjournalist. Kein besonders helles Köpfchen. Aber der muss auch seine Sporen abverdienen!


1 Trackback

  1. medienlese » Blog Archiv » Blick liebt Shell, Tag 3
    (26. Oktober 2006 11:22)

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