Mediensites mit fragwürdigem Zugriffsschutz

Ronnie Grob, 21. Oktober 2006 08:38 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Die Meldung vorweg: NZZ Global ist (vermutlich nur vorübergehend) zugänglich: Die Anleitung dazu gibt es hier.

Kurze Zusammenfassung: Am 14.10.2006 machte dieses Weblog auf den möglichen Zugriff von geschützten Inhalten von weltwoche.ch und sonntagszeitung.ch aufmerksam, am Morgen des 18.10.2006 folgte der Blog mit PEP mit tagesanzeiger.ch und am Abend des selben Tages blog.benbit.ch mit facts.ch und netzwoche.ch. Gestern Abend, am 20.10.2006, war dann die NZZ mit nzzglobal.ch dran, was sie Peter’s Insider Blog zu verdanken hat.

Unterdessen sind die meisten der entdeckten Lücken zu, wo anders wieder auf und wieder zu gegangen. Längerfristig wird es wohl so herauskommen, dass alle Lücken gesperrt werden. Von den grossen Schweizer Verlagshäusern hat es bisher einzig den Ringier -Verlag nicht erwischt, vermutlich, weil der Inhalt der herausgegebenen Print-Ausgaben online schlicht nicht verfügbar ist. Ist nix da, kann auch nix schiefgehen.

>Bei allen anderen war aber etwas da und es war ungenügend geschützt. Ungenügend darum, weil profane Internetbenützer wie ich es bin mit etwas logischem Verstand die kaum kniehohe Barriere übersteigen konnten. Es wird von “E-Papers geknackt” und von “Hacks” gesprochen, doch das ist es nicht. Die Zugriffe wurden überwunden von “ganz gewitzten Kerlchen “, deren HTML-Kenntnisse kurz nach dem Setzen von Links enden.

Berichte darüber ausserhalb von Weblogs sind rar gesät. Persoenlich.com und heute-online.ch, beide davon nicht selbst betroffen, haben je drei Mal berichtet. Sonst gibt es keine Meldungen. Stellen wir uns doch das gleiche Szenario vor mit Websites von Banken oder Parteien oder offiziellen Stellen. An einem lauen Tag ohne Geschichte wäre das doch zum Beispiel dem Blick ein Seite-1-Thema.

Vielleicht wird auch nicht berichtet, weil E-Papers in der Schweiz kaum von mehr als 1′000 Personen gelesen werden, während wahrscheinlich etwa 100′000 Personen überhaupt wissen, was E-Papers sind. Stellen wir uns vor, es gäbe einen leichten Trick, die Automaten der Tages- oder Sonntagszeitungen zu knacken. Was wäre das für eine schöne Geschichte, vor allem, wenn es der Konkurrenz geschähe! E-Paper hingegen interessieren offensichtlich überhaupt niemanden, weder Leser noch Verkäufer.

Ist es eigentlich schon jemals vorgekommen, dass ein Weblog von fremden Zugreifern geknackt, verändert oder gelöscht wurde? Wahrscheinlich ja, ich kann mir das gut vorstellen bei Insiderwissen (Passwort), bei vertieften Kenntnissen über die Software oder bei herausragenden Programmierfähigkeiten. Würde das hier passieren, ich wäre erstaunt, wahrscheinlich schockiert. Passiert das bei Mediensites, so machen sie gute Miene zum bösen Spiel und schweigen. Zum Glück liest niemand Weblogs, sonst würde das noch jemand wahrnehmen.

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3 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Shark

    schrieb am 21. Oktober 2006 um 14:40 Uhr (#)

    Stimmt, E-Papers sind schlicht nicht relevant. Als Abonnenent habe ich zwar mittlerweile immerhin “kostenlos” auf viele Tagesausgaben Zugriff, aber die Applikationen sind eine Zumutung. Einzig “Beobachter” und “Weltwoche” mag ich lesen, im Wesentlichen Plain Text…

    Was Blogs betrifft, so werden ständig welche gehackt, ist ja sogar schon einem offiziellen Google-Blog zum Verhängnis geworden… aber gell, auch wieder war ein Minimum an Recherche zu aufwändig?!

  2. Ronnie Grob

    schrieb am 21. Oktober 2006 um 14:56 Uhr (#)

    Wahrscheinlich ist das schon mehrfach vorgekommen. Wäre denn ein Aufzählen solcher Beispiele für den Text relevant gewesen? Danke jedenfalls für das Beispiel.

  3. Shark

    schrieb am 24. Oktober 2006 um 15:28 Uhr (#)

    Ach, schon gut, mein Kommentar war ohne Zweifel zu hart. Schön, dass Du so cool bleibst! :)


1 Trackback

  1. medienlese » Blog Archiv » Blogger setzt eigene Texte in Nachrichtenportale
    (19. November 2006 17:49)

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