Nichts zum Wohl von allen
Gestern machte medienzirkus.blogspot.com die Liebe des Ringier-Verlags für DJ Bobo publik, heute ist das dem Blick bereits etwas peinlich. Er schiebt die Verantwortung eines vermuteten PR-Deals auf den Lieblingsfeind aller, das Schweizer Fernsehen.
Kurt-Emil Merki prangert auf Seite 14/15 der heutigen Ausgabe unter dem Titel “Wie überrascht war das SF vom DJ wirklich?” einen Deal zwischen DJ Bobo und dem Schweizer Fernsehen an. Ein Deal, der, wenn es denn so ist, so ganz nebenbei dem Blick die Titelgeschichte vom Montag und vom Dienstag organisierte. Im Bericht gibt das Schweizer Fernsehen auf den Vorwurf, die Lancierung von DJ Bobo für den Eurovision Song Contest in Helsinki 2007 sei eine Geplante gewesen, differenziert Antwort. Sven Epiney, als fragestellender Moderator als Vorlagengeber für die Ankündigung verdächtigt, wird in indirekter Rede zitiert:
Er habe die Fragen, die er dem Gast stellen wollte, zwar mit seiner Redaktion im Voraus diskutiert. Aber DJ Bobo habe von ihm vor der Sendung nichts über den Inhalt erfahren.
Darauf der Blick:
Tatsache ist: Von einer Abmachung würden beide Seiten profitieren.
Ach ja? Und der Blick ist dabei der neutrale Berichterstatter ohne eigene Interessen? Tatsache ist: Von jeglicher Berichterstattung profitieren alle beteiligten Seiten. Wie heisst es im letzten Satz?
Ganz schön raffiniert, dieses Drehbuch.
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2 Kommentare zu diesem Artikel
1 Trackback
- Punish Punisher
(16. November 2006 19:55)
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Shandokan
Sicher hat der Herr DJ spekuliert, als er vor der Fernsehnation “wenn Ihr mich wollt, könnt Ihr mich haben” rief. Laut dem “Blick” von heute hat er sogar darum gebeten, nach dem Eurovision gefragt zu werden.
Dass es aber kaum das Schweizer Fernsehen sein würde, das die Nation über ein Bobo-Ja/Nein abstimmen lässt, dürfte auch dem Herrn DJ klar gewesen sein. Da verliess er sich auf Ringier, nach vielen vielen Flirts die richtige Wahl für so einen flotten Dreier, bei dem SF wohl nur zuschauen durfte.
Ronnie Grob
“Bobo bekannte gestern auch, das Schweizer TV angewiesen zu haben, ihn am Samstag auf den ESC anzusprechen.”
So steht das heute auf der Seite 2 im Blick. Sven Epineys Aussage, er habe DJ Bobo nicht vorinformiert, gilt also weiterhin. Eingetroffen ist aber offenbar das Gegenteil: DJ Bobo hat Sven Epiney vorinformiert und dieser ihm eine schöne Plattform geliefert. Ungefragt darauf aufmerksam machen wäre auch etwas unhöflich und weitaus weniger elegant gewesen. Es bleibt bei der WIN-WIN-WIN-Situation, in der höchstens der Konsument gequält wird.
Kurt-Emil Merki bleibt in einem Kommentar neben dem Bericht standhaft und zeigt mit dem Finger noch immer auf das Schweizer Fernsehen. Es war heute der dritte DJ-Bobo-Titel innert vier Tagen.