TA-Media mit Hattrick

Ronnie Grob, 20. September 2006 10:26 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Wie Branchendienst persoenlich.com vermeldet, lässt das Schweizer Medienunternehmen TA-Media seit August dieses Jahres den Internetverkehr seiner Mitarbeiter überwachen. Grund dafür waren offenbar exzessive Nutzungen arbeitsfremder Sites wie hattrick.org, ein Online-Spiel, das nach eigener Erfahrung nur durch ständige Überwachung der virtuellen Fussballer sowie des angeschlossenen, nach dem Ebay-Prinzip funktionierenden Transfermarkts zum Erfolg führt.

Wer meint, eine solche Überwachung geschehe ohne Grundlage, der sieht sich getäuscht:

Die Tamedia-Unternehmensleitung hatte im vergangenen Frühling die neue Richtlinie “Elektronische Arbeitsmittel” verabschiedet, die unter anderem die Protokollierung des Internetverkehrs vorsieht.

Es ist anzunehmen, dass TA-Media die Überwachung nach den gesetzlichen Grundlagen (Leitfaden Internetüberwachung am Arbeitplatz, pdf, 445 kb) gestaltet hat, also ohne “ständige, personenbezogene Auswertungen der Protokollierungen” und ohne “Spionprogramme” wie “Content Scanner”. Die getätigten Schritte wie das Schaffen eines internen Papiers (1) mit anschliessender unpersönlicher Überwachung (2), Warnung (3) und persönlicher Überwachung (4) scheinen aus der Ferne sogar geradezu vorbildlich.

Vor kurzem oder langem, denn der Text ist ohne Datum, hat die der TA-Media gehörende Sonntags Zeitung über den Schnüffelstaat Schweiz geschrieben. Dass nun vom eigenen Arbeitgeber mehr zu befürchten ist als vom Schnüffelstaat, könnte einige Mitarbeiter überrascht haben. Wir empfehlen, anstelle von endlosen Grabenkämpfen in der achten Liga von hattrick.org, die Story hier zu kommentieren. Schliesslich ist medienlese.com noch viel zu unbekannt, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

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1 Kommentar zu diesem Artikel

  1. Don Rivas

    schrieb am 20. September 2006 um 10:51 Uhr (#)

    Bei uns im Büro, wird der Internetverkehr wohl oder übel auch überprüft. Bisher hab ich aber noch nichts von dem festgestellt.

    Auf der einen Seite muss man ja den Arbeitgeber verstehen, mit solchen Spielen wird man recht von der eigentlichen Arbeit abgelenkt.. Das hab ich schon selber festgestellt. Doch gibts wie immer auch eine andere Seite.. das alles kontrolliert wird, finde ich nicht nicht gut. Ein bisschen Privatsspähre sollte man am Arbeitsplatz noch haben.. Doch würde es mich nicht verwundern, wenn auch die Mails kontrolliert würden..

    Es grüsst
    Don Rivas


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