noch 2 Tage bis 3+

Ronnie Grob, 29. August 2006 15:54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

3+ ist ein neuer Schweizer TV-Sender, der am 31. August 2006 um 20 Uhr erstmals seine Programme sendet. Dann wird Viola Tami, Moderatorin der Castingshow “Superstar” die vor den Geräten versammelten Zuschauer begrüssen. Nachher folgt der James-Bond-Film “Goldeneye” (satnews.de)

Die angepeilte Zielgruppe von 3+ ist 15- bis 49-jährig oder junggeblieben. Jung sein ist wichtig, denn

    3+ ist ein Schweizer Unterhaltungssender. Volksmusik-Kapellen und lange Diskussionsrunden mit Pfeifenrauchern sucht man hier also vergebens. Wenn Sie jedoch an frischen, frechen Schweizer Produktionen mit hohem Unterhaltungswert interessiert sind: 3+ bringt?s.

So das Programm. Persönlich bin ich sehr enttäuscht, dass auch dieser Sender keine langen Diskussionsrunden mit Pfeifenrauchern bringt, denn genau das vermisse ich seit der Auflösung von Club 2 dringend. Doch ich bin jung und denke, Volksmusik sei Unterhaltung und gehöre somit wie alle Alten nicht zur Zielgruppe. Die Zielgruppe ist nämlich jung und denkt, Volksmusik sei keine Unterhaltung. Widmen wir uns also den frischen, frechen Schweizer Produktionen mit hohem Unterhaltungswert:

Die aufgelisteten Produktionen lesen sich wie die Top Ten der Erfolge von anderen Sendern. Wir sehen das beliebte Superstar-Format, gefolgt von den Supermodels, etwas Wetter, etwas News (Aktuelles aus dem In- und Ausland, Celebrity-News und Sportereignisse in nur 90 Sekunden, das ist doch jetzt schon eine Leistung!), endlich eine Schweizer Supernanny sowie das obligate Wissensmagazin nach dem Vorbild von Galileo, das bei Wikipedia als Sendung mit der Maus für Erwachsene bezeichnet wird. Alles sichere Werte, nur die Schweizer Stars der Impro-Comedy-Szene sind ein Wagnis und das nicht nur, weil mir keiner einfällt.

Bei den Spielfilm-Highlights fällt auf, dass da das Budget nicht ganz so gross ist. Basic Instinct II und Alexander, das sind doch die jüngsten Beispiele von als Blockbuster geplanten und als Flops eingefahrenen Filmen. Nichtsdestotrotz handelt es sich um Erstausstrahlungen und das Management hofft wohl darauf, mit den erwarteten Gewinnen bald richtige Blockbuster zeigen zu können. Wenn der Staatssender noch bessere Filme zeigt, dann liegt das zu einem grossen Teil an der Gebührenfinanzierung und zu einem kleinen Teil an der Tradition.

Nach den verhältnismässig kurzen Auftritten von Tele24 und TV3 wünschen wir 3plus viel Glück und ein langes Leben.

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    (6. September 2006 13:57)

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